Die steinerne Krone

Spannender Historischer Roman um Macht und Herrschaft des Stauferkaisers Friedrich II

4.21739 Sterne

(23 Bewertungen insgesamt)

Bei Ausgrabungen am geheimnisvollen Castel del Monte, das einst Stauferkaiser Friedrich II erbauen ließ, werden bislang unbekannte Aufzeichnungen entdeckt: eine Lebenschronik des Kaisers, von seiner sagenumwobenen Geburt 1194 auf dem Marktplatz von Jesi bis zur Fahrt nach Rom, um dort die Kaiserkrone zu empfangen. Doch damit beginnt das bewegte Leben des jungen Staufers erst! Als ein Mensch voller Widersprüche ist er mit Muslimen befreundet und rüstet doch zum Kreuzzug; ist er von tiefer Religiosität geprägt und wird doch vom Papst exkommuniziert; ist er ein Förderer neuen Denkens und zugleich ein Diktator ... Nie war eine Chronik offener und ehrlicher - doch wer war ihr geheimnisvoller Urheber?

25,00 €

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Produktinformationen

Verlag

Lübbe

Format

Buch (Hardcover)

Genre

Historische Romane

Seitenanzahl

592 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7577-0057-7

23 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Community

5 Sterne
12.11.2024
Stauferkaiser Friedrich II. - Das Staunen der Welt
Nach seinem Buch „Barbarossa – Im Schatten des Kaisers“ bleibt Michael Peinkofer den Staufern treu. Sein neuester historischer Roman beschäftigt sich mit Rotbarts Enkel, dem legendären Friedrich II. Die Erzählung beginnt überraschend 1941. Reichsmarschall Hermann Göring schickt einen Professor für mittelalterliche Geschichte nach Sizilien. Dort soll er Relikte aus der Regentschaft des Staufers am Castel del Monte suchen. Der Historiker findet tatsächlich Manuskripte aus dem Mittelalter und übersetzt diese für seinen Aufpasser. Eingebettet in die Suche nach Material für Nazi-Propaganda, erzählt der Autor die Lebensgeschichte des letzten Stauferkaisers. Wir schreiben das Jahr 1212. Der junge Friedrich befindet sich auf seinem Zug gen Norden. In der feindlich gesonnenen Lombardei werden der Staufer und seine Begleiter von gegnerischen Soldaten aus Mailand und Lodi überfallen, um den unliebsamen Thronbewerber auszuschalten. Michael Peinkofer schildert uns von diesem Ereignis ausgehend die Lebenschronik des letzten Stauferkaisers so anschaulich und lebendig, dass es dem Leser leicht fällt, in die Erzählung einzutauchen. Dem Autor gelingt es, die beiden Zeitebenen so geschickt zu verknüpfen, dass die Übergänge den Lesefluss nicht behindern. Aus der Perspektive eines geheimnisvollen Erzählers zu berichten, trägt zur Spannung bei. Zunächst lernen wir den erst 17-jährigen Friedrich kennen. Er fühlt sich dem Vermächtnis der berühmten Vorfahren zeitlebens verpflichtet. Seinem Großvater, dem legendären Barbarossa, gelang die Vereinigung des Normannenreichs mit dem staufischen Imperium. Sein Enkel ist klug, mutig und fähig, anderen zuzuhören. So seinem Ratgeber und väterlichen Freund Berard von Castacca, Erzbischof von Bari, der ihm jahrzehntelang zur Seite steht. Ein weiterer Protagonist ist Parceval Doria, genuesischer Ritter und Dichter, im gleichen Alter wie Friedrich, der ihm ein oft ungestümer, aber wahrer Freund ist. In Deutschland kommt ein weiterer, vielleicht der wichtigste Berater des zukünftigen Kaisers, Hermann von Salza, 4. Hochmeister des Deutschordens, hinzu. Ihm gelingt es wiederholt im Dauerstreit zwischen Kurie und Kaiser zu vermitteln. Auf der anderen Zeitebene treffen wir nur zwei Protagonisten. Geschichtsprofessor Josef Gruber, ein Kriegsveteran des Ersten Weltkriegs, desillusioniert und sarkastisch und seinen Aufpasser, den schneidigen Oberleutnant Günther Hoffmann. Mich überzeugen die Charaktere auf beiden Zeitebenen. Michael Peinkofers lebendigen Schreibstil kenne und schätze ich vom Barbarossaband und mehreren Fantasybüchern. Er schreibt sehr anschaulich und lebendig. Geschickt verknüpft er Fakten und Fiktives. Im Nachwort erfährt der Leser, was historisch belegt und was Dichtung ist. Beeindruckt hat mich Peinkofers Aussage, dass Friedrichs andauernder Streit mit der Kurie, zur ersten großen Propagandaschlacht der Geschichte führte. Seine Argumente überzeugen, ebenso der Bezug zur gegenwärtigen politischen Lage. Naturgemäß bleiben bei einem historischen Roman einige Fragen offen. So sind aus Friedrichs Kindheit und Jugend viele Legenden, die schon seine Geburt begleiten, aber wenig Fakten bekannt. Ob er den oft zitierten "Waisenkinderversuch" jemals durchführen ließ, ist umstritten, da der einzige Chronist, Salimbene von Parma, ein politischer Gegner des Kaisers war. Der in Ungnade gefallene Petrus von Vinea, war er wirklich ein Verräter? Anscheinend war seine Beteiligung am Anschlag auf Friedrich nicht eindeutig beweisbar. Es besteht auch die Möglichkeit, dass er diskreditiert werden sollte. Mein Fazit: Für das Geschlecht der Staufer interessiere ich mich schon lange. So kann ich eine Reise zur „Straße der Staufer“ nur empfehlen, vom Wäscherschloss bis zum Kloster Lorch. Mir hat es sehr gefallen bereits den zweiten spannenden Band zu „meinem Thema“ aus Peinkofers Feder zu lesen. Spannend war zu verfolgen, wie der erst aufgeschlossene, weltoffene, tolerante Taktiker, der eine neue Ordnung schaffen will, mit zunehmendem Alter allmählich seinen Instinkt und sein Verhandlungsgeschick verliert und vermehrt zur Gewalt greift. Bedenkt man, wie sehr sich Friedrich II. seinem Erbe verpflichtet fühlte und was er dessen Erhalt alles opferte, ist es desillusionierend zu erfahren, dass sein Geschlecht nur 18 Jahre nach seinem Tod in direkter Linie endete. Michael Peinkofer hat erneut einen überzeugenden historischen Roman geschrieben, den zu lesen, ich jedem Geschichtsinteressierten nachdrücklich empfehle. Die Rahmenhandlung finde ich so gut gelungen, dass ich dem Buchcharakter Professor Gruber das hervorragend passende Schlusswort überlasse: „Wann wohl, so fragte er sich, würde der Mensch damit aufhören, Erze aus dem Boden zu graben und daraus Waffen zu schmieden? Reiche zu erobern, die doch wieder vergingen? Ströme von Blut zu vergießen, um Macht zu behaupten, die so flüchtig und vergänglich war wie die menschliche Natur selbst?“
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odile

4 Sterne
24.11.2024
Das Leben eines Kaisers
Unerwartet beginnt das Buch von Michel Peinkofer nicht wie zunächst angenommen mit der Kindheit von Friedrich II., sondern entführt erst in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg, wo sich ein Wissenschaftler auf Anordnung des Nationalsozialistischen Deutschlands auf die Spuren von Friedrich II. heftet, um ihn als glänzendes Vorbild deutscher Tugend zu Verkaufen. Bei seinen Untersuchungen begleitet ihn die Leserin/der Leser, während er nun seinerseits in vergangene Zeiten verschwindet und sich den Geheimnissen der Geschichte widmet. Das gesamte Buch gliedert sich in verschiedene Teile. Das Leben von Friedrich II. wird erzählt von einem unbekannten Dritten, die dem Kaiser nahe genug stand, um die zahlreichen Facetten seiner Persönlichkeit glaubhaft widerzugeben und die historische Gestalt vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Trotz seiner Achtung vor der islamischen Kultur überzeugt er den Papst zum Beispiel von der Notwendigkeit eines Kreuzzuges. Die verschiedenen Abschnitte von Friedrichs Leben werden nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge widergegeben, wodurch das Buch trotz der zahlreichen Fakten nicht biografisch wirkt. Michael Peinkofer webt geschickt historische Zahlen in einen harmonischen Text, der stellenweise ein bisschen an einen Geschichtebuch erinnert, dabei jedoch den Lesefluss nicht einbüßt. Die verschiedenen Teile des Buches sind auch mit, für mich, unterschiedlicher Spannung verbunden. Während ich besonders den vierten Teil des Buches genoss, übte der zweite deutlich weniger Reiz aus und zog sich auch länger dahin. Das dunkle Cover mit der stoischen Schrift und dem schlichten Grundriss der Burg üben einen gewissen Reiz aus und verleiten dazu, zumindest den Griff danach zu wagen. Für Begeisterte von historischen Romanen stellt dieses Werk von Michael Peinkofer bestimmt einen Lesegenuss dar. Die stark vertretenen Zahlen könnten den einen oder die andere etwas abschrecken und auch die Erzählweise selbst wirkt an manchen Stellen etwas dünner als an anderen. Alles in allem ist es ein absoluter Lesegenuss und ich habe jede Sekunde damit genossen.
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kathieder

5 Sterne
20.11.2024
Friedrich II.
Bei Ausgrabungen am geheimnisvollen Castel del Monte, das einst Stauferkaiser Friedrich II erbauen ließ, werden bislang unbekannte Aufzeichnungen entdeckt: eine Lebenschronik des Kaisers, von seiner sagenumwobenen Geburt 1194 auf dem Marktplatz von Jesi bis zur Fahrt nach Rom, um dort die Kaiserkrone zu empfangen. Doch damit beginnt das bewegte Leben des jungen Staufers erst! Als ein Mensch voller Widersprüche ist er mit Muslimen befreundet und rüstet doch zum Kreuzzug; ist er von tiefer Religiosität geprägt und wird doch vom Papst exkommuniziert; ist er ein Förderer neuen Denkens und zugleich ein Diktator ... Nie war eine Chronik offener und ehrlicher - doch wer war ihr geheimnisvoller Urheber? Das Cover ist schlicht aber passend zur Geschichte gehalten. Der Schreibstil ist, wie vom Autor gewohnt, sehr gut lesbar und lebendig geschrieben. Als Leserin habe ich mich direkt in die Geschichte hineinversetzen können und habe mit Spannung die nächsten Kapitel erwartet. Sehr gut gefallen haben mir die Zwischenspiele aus dem Jahr 1943. Das Buch beschreibt das Leben von Friedrich II. Demnach ist die Geschichte auch in seine Lebensabschnitte untergliedert. Friedrich II. durchlebt viele verschiedene Phasen in seinem Leben und hat diverse Weggefährten und Geliebte, die kommen und gehen. Er zieht in Schlachten, wird exkommuniziert, reist ins Heilige Land und kehrt zurück. Auf seinem Weg sind ihm nicht immer alle zugetan - auch sein engster Kreis nicht. Mein Fazit ist, dass es sich um eine sehr mitreißende und kurzweilige Geschichte über das Leben von Friedrich II. handelt, welcher eine spannende Persönlichkeit gewesen zu sein scheint. Bis zum Ende bleibt spannend, wer wirklich der Urheber der Chronik ist. Ich empfehle dieses Buch allen Begeisterten von historischen Romanen und Interessierten von Lebensläufen von historischen Persönlichkeiten.
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Lese_Lust

3 Sterne
18.11.2024
Interessant aber etwas langamtig
Michael Peinkofer hat sich mit seinen historischen Romanen einen Namen gemacht, doch Die steinerne Krone hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck. Obwohl das Buch in einer faszinierenden Epoche spielt und einige Stärken aufweist, bleibt es insgesamt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Geschichte spielt im düsteren Mittelalter und versucht, die brutale Realität dieser Zeit mit einer spannenden Erzählung zu verbinden. Im Zentrum steht die „steinerne Krone“, ein Artefakt, das Macht und Einfluss symbolisiert. Doch während der historische Hintergrund gut recherchiert wirkt, fehlt es der Handlung an Originalität. Die zentralen Konflikte und Wendungen folgen oft bekannten Mustern, was den Lesegenuss etwas vorhersehbar macht. Es gibt zwar einzelne spannende Momente, doch insgesamt bleibt die Geschichte oft auf der Stelle stehen, ohne den Leser wirklich mitzureißen. Peinkofer gelingt es, eine düstere und lebendige Atmosphäre zu erschaffen – die Beschreibungen von Burgen, Dörfern und Landschaften sind stimmungsvoll und tragen viel zur Immersion bei. Doch diese Detailverliebtheit wird gelegentlich zum Problem: Längere Passagen, in denen historische Details breitgetreten werden, bremsen den Lesefluss und lassen die eigentliche Handlung zu kurz kommen. Die Figuren sind solide, aber wenig herausragend. Die Hauptcharaktere kämpfen mit typischen inneren Konflikten, die jedoch oft zu oberflächlich behandelt werden, um wirklich zu berühren. Die Antagonisten wirken klischeehaft, und ihre Motive bleiben häufig eindimensional, was der Geschichte an Tiefgang nimmt. Es fehlt an Figuren, die wirklich überraschen oder neue Perspektiven auf die geschilderte Epoche bieten. Auch einige Nebenfiguren scheinen nur als Mittel zum Zweck eingefügt zu sein, ohne eigene Entwicklung oder Bedeutung für die Handlung. Peinkofer schreibt klar und flüssig, doch seine Sprache wirkt manchmal zu modern für das historische Setting. Dies könnte ein Versuch sein, die Geschichte für ein breites Publikum zugänglich zu machen, doch es nimmt der Erzählung etwas von ihrer Authentizität. Die Dialoge wirken nicht immer glaubhaft und rutschen gelegentlich ins Theatralische ab. Zudem verliert sich der Autor in langen Beschreibungen und detaillierten Erklärungen, die den Eindruck erwecken, dass das Buch mehr belehren als unterhalten möchte. Kritikpunkte Ein großes Manko von Die steinerne Krone ist die fehlende Spannung. Die Handlung hat zwar einen klaren roten Faden, doch die Konflikte entwickeln sich oft zu vorhersehbar und ohne echte Überraschungen. Auch das thematische Potenzial – etwa der Machtkampf um die Krone und die moralischen Dilemmata der Figuren – wird nur oberflächlich angerissen. Statt einer packenden Auseinandersetzung bleibt vieles an der Oberfläche, was dem Buch Tiefe nimmt. Hinzu kommt, dass die historischen Details zwar sorgfältig recherchiert sind, aber oft wie Lehrbuchpassagen wirken, die in die Geschichte gezwängt wurden. Dies erschwert es, sich auf die Figuren und die Handlung zu konzentrieren, da der Fokus zu sehr auf den historischen Hintergrund gelegt wird. Fazit Die steinerne Krone hat durchaus starke Momente und ein stimmungsvolles Setting, doch es gelingt dem Roman nicht, sich aus der Masse historischer Romane hervorzuheben. Die Handlung bleibt vorhersehbar, die Charaktere wirken blass, und der Schreibstil schwankt zwischen detailverliebt und belehrend. Für Leser, die eine atmosphärische, historisch dichte Geschichte suchen, könnte das Buch dennoch ansprechend sein, doch wer originelle Konflikte und tiefgründige Figuren erwartet, wird möglicherweise enttäuscht.
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Sassi0412

Michael Peinkofer

Autor

Michael Peinkofer, Jahrgang 1969, studierte in München Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft. Seit 1995 arbeitet er als freier Autor, Filmjournalist und Übersetzer. Unter diversen Pseudonymen hat er bereits zahlreiche Romane verschiedener Genres verfasst. Bekannt wurde er durch den Bestseller "Die Bruderschaft der Runen" und der Abenteuerreihe um Sarah Kincaid, deren abschließender vierter Band mit "Das Licht von Shambala" vorliegt. Michael Peinkofer lebt mit seiner Familie im Allgäu.

Portrait: Michael Peinkofer

© Michael Peinkofer