Meinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Meine Großmtter hat mir alles beigebracht, was ich weiß.
Das Cover finde ich schön, durch die Farben hat es was von einem Meer, welches in dem Buch eine wichtige Rolle spielt und hat somit auch eine Verbindung zum Inhalt.
Der Schreibstil der Autorin war in Ordnung. Er war nicht herausragend oder hat mich emotional sehr berührt, das Buch ging aber wirklich fix zu lesen. Geschrieben ist es in der Ich-Perspektive, wobei es Kapitel aus Bowens und auch aus Evelyns Sicht gibt und man beide Charaktere dadurch besser kennen lernt.
Zu Beginn lernt man Evelyn kennen, die vor ihrer Ex-Freundin Lizzy wegrennen muss. Durch einen Zufall stolpert sie durch ein Portal nach Threshold und trifft dort auf Bowen, der sie auf sein Schiff aufnimmt und ihr das Leben rettet. Seine Crew ist davon allerdings nicht so begeistert.
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, weil die Geschichte eigentlich sofort mit der Flucht beginnt. Danach ist man schon in Threshold und trifft auf Bowen. Durch den rasanten Einstieg wird man als Leser aber sofort ins Buch gezogen und ist neugierig, was noch alles passiert. Für mich war dieser Beginn gelungen.
Evelyn fand ich leider etwas blass. Sie pockt bei Bowen immer wieder darauf, dass er alles, was er kennt, hinterfragen soll, drängt ihn regelrecht und das fand ich sehr übergriffig. Ansonsten hat sie keinen nennensweren Charakter, denn von ihr bliebt mir nicht viel in Erinnerung. Sie ist eine Hexe und denkt nicht immer nach, bevor sie etwas tut, wodurch sie erst in diese Lage geraten ist.
Bowen fand ich da schon etwas besser, aber immer noch ziemlich flach. Sein Posten als Kapitän ist sein gesamter Charakter, er macht sich durchgehend Sorgen um die Crew, ums Schiff und um seinen Posten. Wie er überhaupt Kapitän wurde frage ich mich immer noch, denn er wirkt nicht grausam und auch nicht so als könnte er sich gut durchsetzen. Meist hat er auf mich sogar einen weinerlichen Eindruch gemacht, was nicht zu meinem Bild von einem Kapitän passt.
Bei den Büchern von der Autorin bin ich immer vorsichtig, denn meist gefallen sie mir nicht so gut wie erwartet. Der Einstieg in dieses hier hat mich aber positiv überrascht und ich war wirklich gespannt, ob es so bleiben würde. Leider wies das Buch viele Lücken auf, das Worldbuilding war fast nicht vorhanden und ich hatte so viele Fragen. Angefangen bei der Welt. Es gibt Trreshold, ein Reich, welches alle anderen Reiche durch Portale auf Inseln miteinander verbindet. Woher Evelyn kommt weiß man nicht, es ist eine Welt, die der Erde ähnelt, wird aber nicht erwähnt. Generell wurde es sich hier einfach gemacht, weil auf jeder Insel andere Menschen, Pflanzen und Tiere heimisch sind und das wurde so erklärt, dass es in dem Reich, zu dem das Portal der Insel führt, auch solche Menschen und Tiere leben und Pflanzen wachsen. Das fand ich dann doch sehr einfach und es gibt so viel zu erkunden in der Welt. Angefangen bei den Meerjungfrauen und Drachen bis hin zu Bäumen die auf dem Kopf wachsen. Da hätte man so viel daraus machen können.
Auch die Liebesgeschichte fand ich sehr schwach, denn eigentlich ist es Insta-Lust, die dann irgendwann in Insta-Liebe umschlägt. Die Gefühle zwischen den beiden konnte ich nicht nachvollziehen, denn Evelyn macht Bowen das Leben nur schwer und er will sie eigentlich nur beschützen. Wirklich tiefgründige Gespräche gibt es zwischen ihnen nicht, sie finden sich einfach nur heiß und das wars. Hier fehlte mir definitiv die Entwicklung.
Abgesehen davon hatte die Geschichre Potential. Bowen ist kurz davor seinen Posten als Kapitän zu verlieren und Evelyn will einfach nur wieder nach Hause. Was sie allerdings nach den Regeln von Threshold nicht darf. Auf ihrer Reise kommen sie sich näher und jeder von ihnen muss eigene Entscheidungen in Hinsicht auf die Zukunft treffen. Wäre die gesamte Ausführung von dem Buch besser gemacht, hätte es wirklich gut werden können.
Am Ende gab es noch ein bisschen Spannung, die mich aber nicht an das Buch fesseln konnte. Ich wusste, wie es ausgehen würde und das hat mir ein bisschen Spaß genommen. Ich fand auch hier, dass sie Autorin den Konflikt am Ende zu einfach gelöst hat. Hier hätte ich mir mehr erwartet. Das Ende für Bowen und Evelyn war in Ordnung, aber hat mich nicht umgehauen.
Fazit:
Insgesamt war das Buch nicht schlecht, aber es gibt einfach zu viele Plotholes und Ungereimtheiten. Dann kommt nicht die Insta-Love dazu, wovon ich gar kein Fan bin, und man spürte auch gar keine Gefühle zwischen den beiden. Konflikte wurde einfach gelöst, die Charaktere waren flach und haben keine wirkliche Entwicklung durchgemacht. Man kann das Buch lesen, verpasst aber nichts, wenn man es nicht tut. Ich vergebe 3 Sterne.