Evil Eye

Übersetzt von

Heike Reissig

Roman | Feinsinniger Pageturner der palästinensisch-amerikanischen Bestsellerautorin

4.51429 Sterne

(35 Bewertungen insgesamt)

Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.

22,00 €

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Produktinformationen

Verlag

pola

Format

Buch (Hardcover)

Genre

Literarische Unterhaltung

Seitenanzahl

432 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7596-0024-0

35 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Community

4 Sterne
06.08.2025
Super!
Eine Geschichte, die unerfüllte Wünsche, Hoffnungen, Traumata und Familie in weiblicher Sichtweise skizziert - in „Evil Eye“ von Etaf Rum (deutsche Übersetzung von Heike Reissig) findet ihr genau das! Das Buch habe ich in meinem ersten Buddyread mit @ gelesen und es war so so toll, danke.🫂💙 Yara hat im Leben nie bekommen, was sie sich gewünscht hat - und das wird nun immer mehr deutlich. Ihr Alltag ist geprägt von ihrem Job an der Uni, gleichzeitig muss sie sich aber um den Haushalt, ihre Kinder und ihren Mann Fadi, der abends von der Arbeit heimkommt, kümmern. Ihre Schwiegereltern haben große Erwartungen an Yara, sie fühlt sich ständig wie unter Strom. Nach einem Zwischenfall an der Universität, bei dem Yara ihre Kollegin als Rassistin bezeichnet, soll sie sich Hilfe holen. Doch die Therapie holt viel mehr aus ihr hervor. Der Roman zeichnet deutlich Yaras Traumata ihrer Vergangenheit, vor allem bezüglich ihrer Familie. Doch auch die damalige Auswanderung ihrer Eltern aus Palästina nach Brooklyn spielt eine große Rolle. Yara wird ständig mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert - irgendwann hält sie das verständlicherweise nicht mehr aus. Zusammenfassend hat mir das Buch wirklich gefallen! Ich mochte total, dass die weibliche Wut ganz anders dargestellt wurde. Yaras Schmerz war so gut spürbar. Manchmal haben sich für mich zu viele Dinge wiederholt oder die Handlung ging für mich nicht schnell genug voran. Trotzdem eine große Empfehlung! Insgesamt: 4 von 5⭐️
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ColleenF

4 Sterne
09.05.2025
Eindrucksvoll
„Evil Eye“ von Etaf Rum ist ein eindrucksvoller Roman, der tief berührt und lange nachhallt. Die Geschichte von Yara – einer Frau, die sich in einem Geflecht aus kulturellen Erwartungen, familiären Verpflichtungen und persönlichen Traumata wiederfindet – ist schmerzhaft ehrlich und zugleich voller Hoffnung. Ihr innerer Kampf, ihr leiser Widerstand gegen patriarchale Strukturen und ihr Ringen um Selbstbestimmung und Heilung sind intensiv und bewegend erzählt. Besonders beeindruckend ist, wie greifbar Etaf Rum Yaras Gefühlswelt schildert – man fühlt mit ihr, leidet mit ihr, hofft mit ihr. Auch Nebenfiguren wie Familie, Ehemann oder Kolleg:innen sind vielschichtig dargestellt und tragen zur Tiefe der Geschichte bei. Der ruhige, klare Schreibstil, die gelungenen Tagebucheinträge und die feinfühlige Erzählweise machen das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Trotz gelegentlich langsamen Tempos bleibt der Roman eindringlich und wichtig – ein starkes Plädoyer für mehr Empathie, kulturelles Verständnis und Gleichberechtigung. Eine klare Empfehlung für alle, die Literatur mit gesellschaftlicher Relevanz und emotionaler Tiefe schätzen.
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Bluely

4 Sterne
06.11.2025
Eine Frau zwischen zwei Kulturen, zwischen unverarbeiteten Traumata und dem Wunsch nach Selbstbestimmung
Yara stammt aus einer palästinensischen Familie und ist in New York aufgewachsen. Als sie 19 Jahre alt ist, arrangiert Ihr Vater eine Hochzeit mit dem Sohn eines guten Freundes, der in den Südstaaten lebt. Yara ist froh, ihrem Elternhaus mit einem dominanten Vater und einer unglücklichen Mutter entfliehen zu können. Knapp zehn Jahre später unterrichtet Yara Kunst an der örtlichen Hochschule, kümmert sich um den Haushalt und die beiden Töchter und stellt ihrem Ehemann pünktlich das Abendessen auf den Tisch. Offensichtlich geht es ihr so viel besser als ihrer Mutter, die sich um sechs Kinder kümmern musste und nie einen Beruf ergriffen hat und trotzdem ist Yara unzufrieden. Von ihrem Mann erntet sie nur Unverständnis und an ihrem Arbeitsplatz wird sie nach einer impulsiven Reaktion auf eine rassistische Beleidigung zu psychotherapeutischen Sitzungen verpflichtet. Nach anfänglicher Skepsis beginnt sich Yara zu öffnen und in sich hineinzuhören. Mit Hilfe eines Tagebuchs lässt sie die Erinnerungen an ihre Kindheit zu und setzt sich mit der Vergangenheit auseinander, um nicht in das gleiche Fahrwasser wie ihre Eltern zu geraten. Yara ist arabische Amerikanerin und fühlt sich nirgendwo zugehörig. Das Land ihrer Eltern existiert nicht und in Amerika gilt sie auf ewig als Einwanderin. Selbst in der arabischen Gemeinde fühlt sie sich nicht wohl. Yara ist einsam und statt Dankbarkeit gegenüber ihrem Mann zu zeigen, der für die Familie sorgt und sie dennoch arbeiten lässt, kocht in Yara eine Wut, die ihr Leben immer mehr bestimmt und ihr intaktes Familienleben bedroht. Yara erwartet mehr vom Leben. Sie hat Träume und wünscht sich, frei zu sein. Ihre Gefühle sind eindringlich geschildert. Es fällt leicht, sich in ihre Situation hineinzuversetzen und ihre Hoffnungen und Wünsche, aber auch ihre Hilflosigkeit und Wut nachzuvollziehen. Erschütternd sind die Tagebucheinträge, die nicht nur Einblicke in die toxische Ehe ihrer Eltern liefern, sondern auch zeigen, welchem Druck Yara als kleines Mädchen ausgesetzt war und wie ein Geheimnis ihrer Mutter sie überforderte. Der Roman handelt von Alltagsrassismus, patriarchalen Strukturen, kulturellem Druck und Traumata, die über Generationen weitergegeben werden. Es ist eine Geschichte über Selbstfindung, Vergangenheitsbewältigung und die Notwendigkeit, sich von den Erwartungen anderer zu befreien, um ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen. Es ist kein ereignisreiches Buch, aber ein Buch, das sich intensiv mit der Psyche und der Gefühlswelt einer innerlich zerrissenen Frau auseinandersetzt. Vieles was Yara erleidet, kann einer Frau jeder Ethnie passieren. Hier kommt allerdings verschärfend hinzu, dass Yara und ihr Umfeld von einer Kultur geprägt ist, in der Männer die alleinige Macht und Kontrolle ausüben. Das Ende gleicht einem Befreiungsschlag, zieht sich über das letzte Drittel allerdings sehr in die Länge.
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schnaeppchenjaegerin

5 Sterne
28.04.2025
Eine emotionalen Achterbahnfahrt
Ich durfte das Buch "Evil Eye" von Etaf Rum aus dem pola Verlag lesen und es hat mich emotional komplett mitgenommen. Dieser Roman verlangt dem Leser sämtliche Emotionen ab und zeigt einmal mehr auf, wie Menschen andere Menschen klein halten können. Wir lernen hier Yara kennen, die verheiratet ist und zwei Töchter hat. Yara konnte durchsetzen, dass sie studieren "durfte" und arbeitet in Teilzeit an der Hochschule als Dozentin. Wenn man ihrem Social-Media Auftritt glaubt, dann hat sie ein glückliches, erfülltes Leben. Doch die Realität sieht anders aus. Sie wird durch ihren Mann und ihre Schwiegereltern unheimlich klein gehalten und immer wieder wird ihr verdeutlicht, wie wenig sie doch wert ist bzw. dass sie doch nichts kann. Es hat mich unheimlich bestürzt, diesen Verlauf mit zu "erleben", zumal Yara so ein freundlicher lieber Mensch ist. Ihr Aufbegehren hat mich gefreut und kann doch auch wiederum vielen Menschen Mut machen. Ich kann "Evil Eye" absolut empfehlen und sage Danke, dass ich es lesen durfte.
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Nitsrek

Etaf Rum

Autor:in

Etaf Rum wurde in Brooklyn, New York, geboren und wuchs als Kind palästinensischer Einwanderer auf. Ihr Debütroman „A Woman Is No Man“ war ein New-York-Times-Bestseller. Mit ihrem zweiten Roman „Evil Eye“, der von NPR als bestes Buch des Jahres ausgezeichnet wurde, festigt Etaf Rum ihre Position als führende literarische Stimme, die Kontinente und Lebensgeschichten Einzelner überschreitet.

Portrait: Etaf Rum

© Angela Blankenship