Die Rückkehr des Krieges

Warum wir wieder lernen müssen, mit Krieg umzugehen | Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2025

5 Sterne

(1 Bewertungen insgesamt)

»Wer wissen will, warum es zum Krieg kommt, wie er geführt wird und was er mit den Beteiligten macht, der kommt an diesem exzellent geschriebenen Buch von einem der führenden europäischen Militäranalysten und Militärhistorikern nicht vorbei. Ein Standardwerk.«

Prof. Dr. Carlo Masala

Die Kriege in der Ukraine und in Nahost sind Symptom einer sich seit Jahrzehnten anbahnenden Zeitenwende: Militärische Konfrontation wird zunehmend wieder als legitimes Mittel zur Fortsetzung der Politik angesehen. Ausgehend von diesem Moment, aber auch vorangegangene Konflikte mit einbeziehend, analysiert Franz-Stefan Gady die konstante Natur des Krieges sowie den sich wandelnden Charakter der Kriegsführung. Er beschreibt, warum Kriege in naher Zukunft immer wahrscheinlicher sind, warum der Mensch trotz aller technischen Dimensionen immer im Zentrum der Kriegsführung stehen wird und wie wir uns auf kommende Konflikte vorbereiten können − falls wir sie nicht verhindern können.

»Ein Buch für alle, die sich sachlich und unaufgeregt mit einem schweren Thema befassen möchten. Gady gelingt die seltene Kunst, zu erklären und gleichzeitig kurzweilig zu sein.«

Dr. Florence Gaub, Forschungsdirektorin der NATO-Verteidigungsakademie

23,99 €

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Produktinformationen

Verlag

Quadriga

Format

eBook (epub)

Genre

Politik

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7517-6020-1

Erscheinungsdatum

25.10.2024

1 Meinung zu diesem Titel

Rezensionen aus der Lesejury

5 Sterne
10.07.2025
Fundierte Analyse
Dieses, vom österreichischen Militäranalysten und Journalisten Franz Stefan Gady verfasste Sachbuch spricht das an, was spätestens seit dem 24. Februar 2022 in die Köpfe von uns in Europa Lebenden zurückgekehrt ist: Krieg in Europa. Nach dem Ende der NS-Diktatur sind Kriege zwischen einzelnen europäischen Staaten nicht mehr vorhanden, wenn man vom Jugoslawien-Krieg, der eher in die Kategorie Bürgerkrieg eingeordnet werden sollte, und der Annexion der Krim 2014, die man rückwirkend als Blaupause für den aktuellen Krieg in der Ukraine ansehen muss, aber 2014 mehr oder weniger achselzuckend ignoriert hat, absieht. Franz Stefan Gady erläutert in insgesamt sieben Kapiteln, die in drei Abschnitte zusammengefasst sind, warum es notwendig ist, die Armeen in Europa (vor allem jene Deutschlands und Österreichs) wieder in Stand zu setzen. „Denn in Europa haben wir vergessen, was der eigentliche Zweck einer Armee ist: Krieg gar nicht zuzulassen. Es wäre gut, wenn wir uns wieder daran erinnern. Möglichst schnell.“ Teil 1: Warum der Krieg wieder zurück ist Kapitel 1: Fehleinschätzung als Kriegsgrund Kapitel 2: Technologische Fehleinschätzungen Kapitel 3: Strukturelle Fehleinschätzungen Teil 2: Was wir über den Krieg wieder lernen müssen Kapitel 4: Die konstante Natur des Krieges Kapitel 5: Der wechselnde Charakter der Kriegsführung Teil 3: Kriege der Zukunft Kapitel 6: Was tun, wenn Kriege wahrscheinlicher werden? Kapitel 7: Mit welchen Kriegen ist zu rechnen? Gady zitiert mehrmals Clausewitz, der „Kriege als Fortsetzung der Politik“ sieht. Wenn Putin nach dem Zerfall der UdSSR von einer Wiederauferstehung eines Russlands in der Größe eines Zarenreiches oder gar eines stalinistischen träumt, und dies nicht auf einem Verhandlungsweg möglich ist, weil sich zahlreiche Sowjetrepubliken sich von der UdSSR losgesagt haben, und in seinen Augen abtrünnige Provinzen sind, die gewaltsam wieder in das Russische Reich zurückgeholt werden müssen, ist der Krieg in der Ukraine für ihn ein legitimes Mittel zur Fortsetzung der Politik. Kommt uns das bekannt vor? Man muss sich nur an 1938 zurück erinnern, als die Appeasement-Politik die Annexion Österreich und der Tschechoslowakei („Heim ins Reich!“) durch Hitler-Deutschland hingenommen hat und erst mit dem Einmarsch in Polen quasi „aufgewacht“ ist. Soll es wieder soweit kommen, dass ein Land andere überfällt, um die Großmachtsfantasien eines Diktators zufriedenzustellen? Der Autor sieht sich nicht als Kriegstreiber, sondern zeigt Fakten auf, die für den einen oder anderen Leser unbekannt und/oder verstörend sein können. Am Beispiel vergangener Kriege analysiert Gady die konstante Natur des Krieges (Kap. 4) sowie die sich wandelnden Charaktere der Kriegsführung (Kap. 5). Dieses Buch sollte von all jenen Politikern gelesen werden, die die eigene Landesverteidigung seit Jahrzehnten kaputt gespart haben und sich darauf verlassen haben, dass andere ihnen im Ernstfall zu Hilfe kommen werden. In einem Ernstfall, der möglicherweise schneller eintritt, als erwartet. Daher sollte man sich auf den eigentlichen Zweck einer Armee besinnen: Einen Krieg gar nicht zulassen. Fazit: Gerne gebe ich diesem fundierten Sachbuch, das einige unangenehme Tatsachen auf den Tisch legt, 5 Sterne.
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Franz-Stefan Gady

Autor

Franz-Stefan Gady ist ein unabhängiger Verteidigungsanalyst und Militärberater. Er arbeitet zudem als Adjunct Senior Fellow am Center for a New American Security in Washington, D.C. Gady berät Regierungen, Streitkräfte und Unternehmen in Europa und den USA zur Zukunft der Kriegsführung. Er führte Feldforschung in der Ukraine, in Afghanistan und im Irak durch und ist Reserveoffizier des österreichischen Bundesheeres.

Portrait: Franz-Stefan Gady

© Katharina Maria Zimmermann