Row Zero: Gewalt und Machtmissbrauch in der Musikindustrie

4 Sterne

(1 Bewertungen insgesamt)

Ein Buch über systematischen Machtmissbrauch

Über Jahrzehnte sind junge Frauen in der Musikindustrie benutzt und diskriminiert worden: Egal ob Fans, Groupies, Journalistinnen, Mitarbeiterinnen oder Sängerinnen selbst - der Mythos von Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll, das viele Geld und das extreme Machtgefälle haben sexualisierter Gewalt über alle Genres hinweg den Boden bereitet. Die Diskussion um die Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann zeigt: Diese Zustände brechen jetzt auf. Frauen wehren sich. Und sie finden endlich Gehör. Lena Kampf und Daniel Drepper haben über viele Monate hinweg recherchiert und mit mehr als zweihundert Menschen aus der Musikindustrie gesprochen. Packend geschrieben und einfühlsam erzählen die Autoren vom Machtmissbrauch in der Musikindustrie. Sie beschreiben die Strukturen, die einen solchen Missbrauch ermöglichen. Und sie zeigen, warum dieses System jetzt - dank mutiger Frauen, dank unterstützender Aktivistinnen - allmählich ins Wanken gerät.

»Zeit, über das zu sprechen, über das nicht gesprochen werden soll.« JAN BÖHMERMANN

»Dieses Buch ist ein Backstage-Pass - ins Innere der Musikindustrie. Beste journalistische Aufklärung.« JULIA FRIEDRICHS, SACHBUCHAUTORIN

21,99 €

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Produktinformationen

Verlag

Eichborn

Format

eBook (epub)

Genre

Gesellschaft

Seitenanzahl

271 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7517-5955-7

1 Meinung zu diesem Titel

Rezensionen aus der Community

4 Sterne
30.09.2025
da wäre noch etwas mehr drin gewesen..
Diese Buch hat mich (männlich,38 Jahre alt) wirklich sehr beschäftigt und herausgefordert. Als großer Musikfan und leidenschaftlicher Konzertbesucher habe ich natürlich die Debatte um Rammstein im Sommer 2023 intensiv verfolgt. Diese nehmen die Autoren als Aufhänger und Spitze des Eisberges, um auf gravierende Missstände in der Musikbranche hinzuweisen. Dabei ziehen sie Ihre Recherchen sehr umfangreich auf. Angefangen bei Rammstein/Till Lindemann geht es nach dem Thema Grenzüberschreitung im Backstage Bereich und generell auf Konzerten/Touren zu Gewalt gegenüber Frauen im Hip Hop /Deutschrap. Wir erfahren mehr über die Geschichte und Ursprünge der ersten Groupies und damaligen Übergriffe in den wilden 60ern/70ern und den Anfängen des Rock`n Roll Lifestyles. Ausführlich schreiben die Autoren auch über das harte und rücksichtlose Business der Musikindustrie und die systematische Ausbeutung von Frauen. Auch bezeichnend sind die oft zitierten Künstler/Künstlerinnen Autobiografien, in denen die Männer ihre sexuellen Erfolge mit unzähligen Groupies schamlos feiern und die Künstlerinnen über männliche Übergriffe und Missbrauch berichten. Ich hätte es als Leser gut gefunden, wenn im Kapitel "Knast" das Beispiel von R. Kelly Beachtung gefunden hätte. Er wird leider nur kurz im Vorwort erwähnt. Das Buch ist definitiv keine einfache Lektüre. Ich persönlich hätte mir noch etwas mehr Tiefe statt Breite gewünscht. So ist der Bogen von Till Lindemann, über Rapper und Hip Hopper bis hin zu Britney Spears und dann zu sexpositiven, feministischen Ravepartys sehr sehr weit gespannt. Hier muss man als Leser/Leserin sehr aufpassen, nicht den Überblick zu verlieren (Viele Auszüge aus den Musikerbiografien waren mir auch schon bekannt.) Auch fiel es mir als Rockfan zum Beispiel manchmal schwer, wenn man die Hip Hop Künstler so überhaupt nicht kennt. Das Anliegen des Buches den Machtmissbrauch aber deutlich zu benennen finde ich aber unglaublich gut und wichtig.
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jack_reacher86

Lena Kampf

Autorin

Lena Kampfist stellvertretende Ressortleiterin im Ressort Investigative Recherche derSÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Zuvor war sie Investigativreporterin beim WDR in Berlin und Brüssel und Teil der Recherchekooperation aus NDR, WDR und SZ. Sie hat 2019 mit einer Reportage über die #Metoo-Bewegung im Europaparlament denDEUTSCH-FRANZÖSISCHEN JOURNALISTENPREISgewonnen. Im Sommer 2016 verbrachte sie zwei Monate als Arthur F. Burns Fellow bei der Zeitung Miami Herald in Florida.

Portrait: Lena Kampf

© Friedrich Bungert

Daniel Drepper

Autor

Daniel Drepperleitet die Recherchekooperation von NDR, WDR undSÜDDEUTSCHER ZEITUNG. Zuvor hat er das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv mitgegründet und war Chefredakteur von BuzzFeed News Deutschland, wo sein Team unter anderem den MeToo-Skandal um Julian Reichelt aufgedeckt hat. Er ist Vorsitzender des Netzwerk Recherche, dem Verein investigativer Journalist*innen in Deutschland und studierte investigative Recherche an der Columbia University in New York. Seine Recherchen haben zahlreiche Preise gewonnen. Drepper wurde Chefredakteur des Jahres und als Journalist des Jahres ausgezeichnet.

Portrait: Daniel Drepper

© Friedrich Bungert