"Ich sehe Technik und Geschichten nicht als Gegensatz."
Julia Kikillis, Leiterin Presse Öffentlichkeitsarbeit der Bastei Lübbe AG, über Kommunikation im Unterhaltungskontext, Mittel gegen die Informationsflut und die Grenzen von Technologie.
SIE KAMEN 2025 NEU ZU BASTEI LÜBBE. WAS HAT SIE GEREIZT, DIE KOMMUNIKATION EINES GROSSEN VERLAGSHAUSES ZU VERANTWORTEN?
Mich hat vor allem die Mischung gereizt: Es geht um Unterhaltung – ein Feld, das mir aus meiner Zeit bei RTL Deutschland bestens vertraut ist, aber hier in einer anderen Form und mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Gleichzeitig bietet die Verlagsgruppe ein enormes Spektrum. Zu Bastei Lübbe gehören inzwischen 14 Verlage mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen, wir haben zahlreiche Events und durch die Börsennotierung kommen zusätzliche kommunikative Themen hinzu. Kurz gesagt: ein breites, abwechslungsreiches Aufgabenfeld, das
unglaublich spannend ist.
GIBT ES EIN THEMA, DAS BASTEI LÜBBE IHRER MEINUNG NACH KÜNFTIG NOCH STÄRKER HERAUSSTELLEN SOLLTE?
Ich glaube, alle Medienhäuser – auch wir als Verlag – stehen aktuell vor derselben Herausforderung: Wie schafft man es, in der täglichen Informationsflut sichtbar zu bleiben? Vor allem auf Social Media rauschen Inhalte oft einfach an den Nutzer:innen vorbei. Dabei haben wir so viele starke Inhalte für unterschiedlichste Zielgruppen. Diese Vielfalt noch stärker ins Bewusstsein der Leser:innen – und derer, die es noch werden wollen – zu rücken, sehe ich als eine unserer wichtigsten Aufgaben.
ALSO WENIGER TECHNIK, MEHR GESCHICHTEN?
Ich sehe das gar nicht als Gegensatz. Wir sind eine innovative Verlagsgruppe und haben schon früh auf eBooks und Hörbücher gesetzt. Mit LYX haben wir eine großartige, community-getriebene Marke aufgebaut. Und natürlich probieren wir regelmäßig neue technologische Möglichkeiten aus – aktuell etwa im Bereich KI.
Wichtig ist nur, dass wir dabei unserem Kern treu bleiben. Unsere Begeisterung – und die unserer Zielgruppen – entsteht aus den Geschichten selbst, in die unsere Autor:innen unglaublich viel Leidenschaft und Herzblut stecken. Technik verändert vieles, aber warum wir lesen, bleibt immer gleich: wegen der Geschichten, die etwas
in uns auslösen.
GLAUBEN SIE, DASS DAS IMMER SO BLEIBEN WIRD? ODER WIRD TECHNIK IRGENDWANN SO FASZINIEREND SEIN, DASS GESCHICHTEN NUR NOCH NETTES BEIWERK SIND?
Da bin ich sehr optimistisch. Geschichten gibt es, seit es Menschen gibt. Und am Ende schlägt ein guter Inhalt immer die Form.