„Irgendwann kam der Gedanke: Das sind nicht nur die Käuferinnen und Käufer unserer Produkte. Das ist unsere Community!“


Sandra Dittert, Vorständin Vermarktung der Bastei Lübbe AG, über die Nähe zu Zielgruppen, den Wechsel von Perspektiven und die Zukunft des Buchmarktes.


DER ERFOLG VON BASTEI LÜBBE IN DEN LETZEN JAHREN HATTE AUCH MIT COMMUNITY-MARKEN ZU TUN. WIE KAM ES DAZU?


Schon immer hatten wir bei Bastei Lübbe einen guten Zugang zu unseren Leserinnen und Lesern. In Bezug auf ihre Bedürfnisse, auf ihre Lesegewohnheiten usw. Aber eine ganze Weile haben auch wir sie nur auf eine ganz bestimmte Art gesehen, sozusagen durch die Marketing-Brille. Doch dann wurde klar: Das sind ja nicht nur die Käuferinnen und Käufer unserer Produkte. Das ist unsere Community! Und dieser Gedanke hat einiges verändert.



INWIEFERN?


Der gesamte Entwicklungsprozess von Büchern und Medien ist im Community-Bereich, also zum Beispiel bei unseren Imprints LYX und ONE, ein ganz anderer. Wir halten kontinuierlich Kontakt zu unseren
Leserinnen und Lesern, suchen schon früh in der Entwicklung den Austausch und schaffen es so, wirklich authentische und eng an den Bedürfnissen ausgerichtete Produkte auf den Markt zu bringen.



KANN DER ERFOLG DER COMMUNITIES EIN LANGFRISTIGES KONZEPT SEIN? ODER IST ES MÖGLICHERWEISE DOCH NUR EIN TREND?


Wir wissen inzwischen: Communities aufzubauen, ist ein richtiger, möglicherweise sogar der einzig richtige Weg, mit bestimmten Leserinnnen und Lesern bzw. Hörerinnen und Hörern umzugehen.
Dieser Prozess schenkt uns eine wichtige Glaubwürdigkeit bei der Zielgruppe und gleichzeitig ziehen wir unglaublich viel Impulse und Spaß aus der Zusammenarbeit. Und wenn man sich anschaut, was bei auf
unseren Ständen an den Buchmessen los ist, das ist oft wie bei einem Popkonzert!



WENN DAS KONZEPT DER SOMMUNITIES LANGFRISTIG GEDACHT IST: INWIEWEIT LÄSST ES SICH AUCH FÜR ANDERE BEREICHE DES BUCH- UND MEDIENMARKTS NUTZEN?


Der Grundgedanke, die Nähe einer Zielgruppe zu suchen und mit ihr zu interagieren, ist generell eine gute Idee. Aber natürlich lässt sich das Prinzip der Communities nicht eins zu eins auf alle Bereiche des etablierten Buchmarktes übertragen. Aber: Wir wissen jetzt, welche Chancen im intensiven Austausch mit einer Zielgruppe liegen können, und so haben wir selbstverständlich längst geschaut, welche Elemente wir auch für andere Marktbereiche nutzen können. Oder, anders gesagt: Wer man einmal die Innovations-Brille aufgesetzt hat, sieht überall Chancen.