„Es gibt nicht nur einen Buchmarkt. Es gibt unendlich viele.“


Simon Decot, Vorstand Programm der Bastei Lübbe AG, über sich wandelnde Märkte, die Strahlkraft großer Namen und neue Zielgruppen als Wachstumstreiber.


IST DER BUCHMARKT DURCH DIE DIGITALISIERUNG KLEINER ODER GRÖSSER GEWORDEN?


Größer und vielschichtiger – das meint Medienkanäle ebenso wie Zielgruppen. Es gibt heute viel mehr Angebote, die wir als Verlagsgruppe unseren Leserinnen und Lesern machen können. Es gibt ja längst nicht mehr nur einen Buchmarkt, es gibt ganz viele. Das ist nicht nur inhaltlich, sondern auch wirtschaftlich eine positive Entwicklung.


WIE SEHR HABEN SICH DIE ZIELGRUPPEN SELBST VERÄNDERT?


Gar nicht so sehr in ihren Bedürfnissen. Aber was sich sicher verändert hat, ist: Wir sprechen unsere Zielgruppen direkter an. Unsere Verlagsreihen wie LYX oder ONE sind zum Beispiel Angebote für junge Menschen in bestimmten Lebensphasen. Viele Autorinnen und Autoren, das ist wichtig, gehören selbst zur Zielgruppe. Das schafft eine enorme Glaubwürdigkeit. Man kennt sich und vertraut einander, auch auf Social Media.


WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE KÜNFTIGE PROGRAMMPLANUNG EINER VERLAGSGRUPPE WIE BASTEI LÜBBE?


Erst mal sehen wir: Zuhören lohnt sich. Das gilt ja nicht nur für junge Leute, das gilt für alle Zielgruppen. Je mehr wir verstehen, desto genauer können wir planen, desto erfolgreicher werden wir sein. Dabei ist es wichtig, konsequent in Serien und Bandbreiten zu denken. Ein gutes Buch lebt immer weiter – die eigene Geschichte wird forterzählt, aber das Buch wird auch als Audio-Book gehört, in einer Social Media-Story kommentiert, zu einer TV-Serie weiterentwickelt.


UND GEHT DIE ENTWICKLUNG IMMER SO WEITER? WIE SEHEN SIE DEN BUCHMARKT IN ZUKUNFT?


Ich glaube zumindest, dass das Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Der Buchmarkt wartet auf Ideen und wir haben uns immer schon als Ideengeber verstanden. Das gilt auch mit Blick in die Zukunft: Wir verfolgen sehr genau die technologische Entwicklung und die Innovationen, die daraus möglicherweise für den Buchmarkt erwachsen. Wir haben ja einige Erfahrung, den Buchmarkt immer wieder mit Innovationen zu bereichern. Daran werden wir uns messen lassen.