Die Steinmetzin

Historischer Roman über eine starke Frau im mittelalterlichen Wales

4.33333 Sterne

(3 Bewertungen insgesamt)

Eine begabte junge Frau, ein faszinierendes Handwerk und finstere Machenschaften, die sie in Todesgefahr bringen - Reisen Sie mit Rebecca Michéle ins mittelalterliche Wales!

Wales, um 1300. Überall im Land werden Burgen gebaut und Befestigungsanlagen instandgesetzt. Es ist ein goldenes Zeitalter für Steinmetze, und der Vater der jungen Roisin zählt zu den Besten seines Fachs. Als er verunglückt und nicht mehr arbeiten kann, steht die Existenz der ganzen Familie auf dem Spiel. Roisins Bruder Edward fehlt das Geschick seines Vaters, doch er weiß, dass Roisin nachts heimlich Skulpturen angefertigt hat, die an Schönheit nicht zu übertreffen sind, und gibt sie als seine aus. Fortan muss sich Roisin nicht nur um den kranken Vater und die zänkische Stiefmutter kümmern, sondern auch in der Werkstatt arbeiten. Sie mag ihre Arbeit, aber sie sehnt sich auch nach Freiheit - und Liebe ...

13,99 €

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Produktinformationen

Verlag

Lübbe

Format

Buch (Taschenbuch)

Genre

Historische Romane

Seitenanzahl

400 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-404-19463-6

3 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Community

4 Sterne
16.05.2025
Neid und Missgunst sind mächtige Gegner!
Roisin wurde mit einer Behinderung geboren: ein Fuß war kürzer als der andere und eine Fehlstellung machte ihr das Gehen schwer. Nach der Geburt ihres Bruders Edward starb ihre Munter und der Vater heiratete neu. Die Stiefmutter Lavinda machte ihr das Leben schwer. Ihr Vater ist Steinmetz, hat diese Gabe aber nicht an seinen Sohn weitergegeben können. Dafür hatte Roisin das Talent geerbt. Sie stellt hervorragende Modelle her. Nachdem ihr Vater einen Unfall hatte, musste Edward seine Arbeit weiterführen - zumindest offiziell, denn in Wirklichkeit stellte Roisin die Stücke nachts her, ohne dass es außer ihrem Bruder jemand wusste… Ich habe von dieser Autorin schon viele Bücher gelesen und auch dieses Mal hat sie es geschafft, mit von der ersten Seite an zu fesseln. Roisin war mir von Anfang an sympathisch. Sie war für diese Zeit zu fortschrittlich, was es ihr sehr schwer machte. Die Stiefmutter war ein Biest und machte ihr das Leben so schwer sie konnte. Der Vater kümmerte sich nicht um das Zerwürfnis und der Bruder war wankelmütig. Roisin wurde schlechter behandelt als eine Magd. Sie musste sich um den Haushalt kümmern, die Krankenpflege ihres Vaters übernehmen, die Wehleidigkeit ihrer Stiefmutter behandeln, kochen und putzen, das Kind ihrer Schwägerin versorgen und nachts die Steinmetzarbeiten übernehmen. Sie führte das Leben eines Sklaven, dem jeder seine Aufgaben übertrug und erhielt weder Dank noch Anerkennung - im Gegenteil, ihr wurde noch vorgehalten, dass sie zu langsam und unwürdig sei. Als es dann endlich mal einen Lichtblick für sie gab, schlug das Schicksal erneut zu und die Aussicht auf Besserung fiel in sich zusammen, wie ein Kartenhaus. Ihr Bruder heimste den Erfolg ein und wurde immer arroganter. Ich musste das Buch mehrmals aus der Hand legen, weil mir die Ungerechtigkeit Tränen in die Augen schoss. Auch beim nächsten Ausblick auf Besserung schlug das Schicksal wieder erbarmungslos zu. Ich konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen und habe die Geschichte regelrecht verschlungen. Roisin ging durch die Hölle, und als es endlich mal bergauf ging, dauerte das Glück nicht lange und der nächste Tiefschlag traf ein. Aber am Ende wurde sie für ihre Mühen belohnt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich habe es glücklich aus der Hand gelegt. Ich gebe diesem sehr guten Buch auch gerne sehr gute 4,5 Sterne!
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Tuppi

5 Sterne
27.05.2025
mit viel Gefühl
Roisin hat ein verkrüppeltes Bein, schlägt sich aber tapfer damit. Doch leidet sie mehr unter ihrer Familie, die sie ihre Behinderung jeden Tag spüren lassen. Ihre Stiefmutter behandelt sie wie eine Magd, ihr Vater hält ihr vor, dass er sie nicht verheiraten kann und ihr Bruder nutzt ihr Talent als Steinmetzin und gibt seine Arbeiten als ihre aus. Doch Roisin nimmt alles klaglos hin. Bis sie es eines Tages eben nicht mehr aushält und das Haus verlässt. Sie trifft auf Lady Elizabeth und rettet ihr Leben. Daraufhin nimmt diese Roisin mit an den Hof des Königs. Und Roisins Leben ändert sich schlagartig. Ich muss immer wieder zugeben, dass ich leider viel zu wenig von der Autorin gelesen habe. Denn wenn ich nach einem Buch von ihr greife, bin ich danach begeistert, wie sehr sie es schafft, mich mit ihren Geschichten zu packen und mir mit ihrem wundervollen Schreibstil ein Kopfkino zu verpassen. Auch hier ist es so und ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich über die Story geärgert habe. Aber nicht, weil sie langweilig oder unspektakulär ist. Im Gegenteil, weil sie eben so sehr an meinen Gefühlen gezerrt hat, dass ich nicht anders konnte, als die Geschichte in kürzester Zeit zu verschlingen. Roisin, eine unheimlich tapfere und kluge Frau, muss sich mit einem Gebrechen herumschlagen, welches sie seit Geburt an hat. Ihr Bein ist verdreht und so hat sie Mühe, zu laufen. Doch sie nimmt ihr Gebrechen hin und kümmert sich nicht weiter drum. Wäre da nicht ihre Stiefmutter, die ihr jeden Tag vorhält, wie nutzlos Roisin doch wäre. Doch so nutzlos ist sie nicht, denn immerhin hält sie einen Haushalt am Laufen, kümmert sich nebenbei noch ums Einkaufen, die Finanzen, die Wäsche, ein kleines Kind und um die Steinmetzarbeiten, da ihr Bruder es nicht auf die Reihe bekommt, dies zu tun. So unterhält sie auch noch die Familie, bekommt es aber nicht gedankt. Allerdings muss ihre Arbeit als Steinmetzin geheim gehalten werden, denn wie könnte es nur möglich sein, dass eine Frau so wundervolle Arbeit leisten kann? So sieht es zumindest der Rest der Bevölkerung. Doch dann nimmt die Geschichte eine Wendung und es wird spannend. Kann Roisin es schaffen, sich von ihrer Familie zu lösen und womöglich auch noch die Liebe ihres Lebens zu treffen? Die Autorin schickt Roisin auf eine sehr lange Achterbahnfahrt. Es geht hoch und runter, es gibt einige Sidequests und am Ende scheint alles aussichtslos. Doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite. Und genau das war für mich der ausschlaggebende Punkt für die volle Punktzahl. Denn das sind Wendungen, die ich mag, die mich davon überzeugen, dass Charaktere Tiefe haben und sie es wert sind, in die Geschichte geschrieben worden zu sein. Meggies Fussnote: Ein historischer Roman mit viel Gefühl.
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SinaFrambach

4 Sterne
18.06.2025
spannender Mittelalterroman über das Los der Frau und eine mutige Steinmetzin
Ihre angeborene Missbildung ist für die Familie der jungen Roisin Grund genug, sie als Krüppel und niedere Magd zu behandeln, was sie auf vielerlei Art zu spüren und hören bekommt. Sie selber ist ein gutmütiger, geduldiger Mensch, der versucht, in allem etwas Gutes zu sehen. Als ihr Vater, ein angesehener Steinmetz, verunglückt, übernimmt sie heimlich die Auftragsarbeiten, die allerdings als Arbeit ihres faulen, vergnügungssüchtigen Bruders Edward ausgegeben werden. Das Sehnen nach Freiheit und Liebe wird stärker, doch die Hoffnung liegt in weiter Ferne. Ich bin wirklich begeistert von dem Buch – die Einblicke in dieses schwere und zugleich faszinierende Handwerk, das noch heute überall zu bewundern ist, hat meine Achtung davor noch mehr gesteigert. Die Einbindung historischer Persönlichkeiten in Form von König Edward I., seiner Gemahlin Margarete von Frankreich und dem Baumeister James St.George ist super gelungen, auch wenn einiges fiktiv eingefügt wurde. Auch die Aufstände und die Konflikte zwischen England und Schottland passen perfekt zu der Handlung, ohne zu viel Raum einzunehmen. Roisins Leben ist mir sehr nahegegangen, die Erniedrigungen, die Rücksichtslosigkeit und die abergläubischen Ansichten sowohl der Familie als auch Außenstehender setzen ihr sehr zu. Ihren Mut, ihre Bescheidenheit und ihre trotzdem liebevolle, fröhliche Art hab ich einfach nur bewundern können. Die Spannung nahm immer mehr Fahrt auf und mündete in einen Höhepunkt, mit dem ich so überhaupt nicht gerechnet habe. Diese Art Zeitreise um das Jahr 1300 war mit vielen besonderen Einblicken verpackt, ich liebe diese Atmosphäre, diese flirrende Spannung, die einen umgibt und durch die genialen Beschreibungen der Umgebung, der Lebensart, der Persönlichkeiten und auch der Tätigkeit eines Steinmetzes hatte ich immer das Gefühl, direkt anwesend und ein Teil der Geschichte sein zu können. Das Denken und die Überzeugung der damaligen Zeit verwundern immer wieder, besonders wie Frauen behandelt und ihnen das Recht ihrer Fähigkeiten abgesprochen wurde, weil es viel zu abstrakt und ihrem Wesen nicht entsprechen würde. Zu schnell war man dabei, eine regelrechte Hexenjagd zu veranstalten und das Volk angesichts dieses Aberglaubens zu beeinflussen. Das Cover gefällt mir auch sehr, die Harmonie der Farben und dem bildlichen Hinweis auf den Inhalt der Geschichte. Ein sehr gelungenes Buch, ich hab es verschlungen und freue mich schon auf Nachschub in diesem Bereich.
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Maerchens-Buecherwelt

Rebecca Michéle

Autor:in

Rebecca Michéle, 1963 in Rottweil (Baden-Württemberg) geboren, schrieb schon als Jugendliche Geschichten. Seit dem Jahr 2000 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. So sind bis heute fünfzig Romane in diversen Verlagen, unter mehreren Pseudonymen und in verschiedenen Genres erschienen — von historischen Romanen über Familiengeschichten bis hin zu Krimis. Ein Schwerpunkt ihrer Romane sind die britischen Inseln. Mehrmals im Jahr reist sie dorthin und recherchiert Schauplätze und Hintergründe. Nicht umsonst schätzen ihre Leser besonders die detailgetreuen Hintergründe und die Stimmigkeit zwischen Fiktion, Realität und Historie.

Rebecca Michéle ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und einem Stubentiger in Kirchheim unter Teck am Fuß der Schwäbischen Alb. Sie ist Mitglied in folgenden Autorenvereinigungen/-verbänden: Verband Deutscher Schriftsteller (VS), DELIA, HOMER, MÖRDERISCHE SCHWESTERN und SYNDIKAT.

Portrait: Rebecca Michéle

© Uwe Schreiber