Die Stimmen der Nacht

Übersetzt vonAgnes Krup

Für Leser von Chimamanda Ngozi Adichie und Chigozie Obiama

4 Sterne

(28 Bewertungen insgesamt)

»Ein vielschichtiges Debüt, in dessen verschlungener Chronologie sich die Wechselwirkungen zwischen Familien- und Zeitgeschichte spiegeln.« NEW YORKer

Lagos, 1960er Jahre: In einer Stadt voller Energie und Aufbruchsstimmung nach der Unabhängigkeit, lernt die selbstbewusste Margaret den in Großbritannien geborenen Benjamin kennen, der eine nigerianische Großmutter hatte und auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Sie verlieben sich und entdecken schon bald, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie dachten. Aber dann wird Margaret psychisch immer labiler, und die Schatten jahrzehntealter Ereignisse in einem kleinen Dorf weit weg von Lagos bringen langsam aber unaufhaltsam den Bruch ... Ein mitreißender Roman über Schuld, Glaube und kulturelle Identität - und die Stärke der Frauen in einer patriarchalischen Welt.

»DIE STIMMEN DER NACHT ist ein hochgradig fesselnder Roman, der tief in die generationsübergreifende Erzählung einer Familie eintaucht und die komplexe Wechselwirkung zwischen traditionellen Strukturen und der globalisierten Moderne analysiert.« Der Kultur Blog

»Ein vielschichtiger Roman über Liebe, Familie, Identität und darüber, wie sehr Vergangenes noch in die Gegenwart hineinwirken kann.« Between Chapters

25,00 €

Alle Preise inkl. 7% gesetzl. Mehrwertsteuer zzgl. Versandkosten und ggf. Nachnahmegebühren, wenn nicht anders angegeben.

Produktinformationen

Verlag

Pfaueninsel

Format

Buch (Hardcover)

Genre

Literarische Unterhaltung

Seitenanzahl

352 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-69131-009-2

28 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Community

3 Sterne
29.03.2026
lesenswert, auch wenn ich meine Schwierigkeiten hatte
Meinung: Ich sag’s ehrlich: Dieses Buch und ich… wir hatten keinen leichten Start.Zu viele Namen, Zeitsprünge und Perspektiven ich war am Anfang komplett raus und eher verwirrt als gefesselt. Auch der Schreibstil hat mir den Zugang nicht gerade leicht gemacht. Ich habe mich lange wie eine Außenstehende gefühlt.Aber dann kam dieser Punkt, an dem plötzlich alles klick gemacht hat. Nach und nach haben sich die einzelnen Geschichten miteinander verbunden und genau das hat mich dann doch noch richtig beeindruckt. Die Verknüpfung über mehrere Generationen hinweg, die Schicksale von Margaret und Benjamin und die überraschenden Verbindungen zwischen ihnen das war wirklich stark gemacht. Inhaltlich konnte mich das Buch am Ende dann doch noch überzeugen: Es geht um Identität, Herkunft und die Kraft von Familiengeheimnissen und darum, wie sehr die Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.Auch die Einblicke in Traditionen, Rituale und spirituelle Vorstellungen waren für mich teilweise ungewohnt, aber genau das hat die Geschichte gleichzeitig so besonders gemacht.Kein leichtes Buch und definitiv nichts für zwischendurch, aber ein tiefgehender, anspruchsvoller Roman, der sich lohnt, wenn man dranbleibt.
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angie_molly

4 Sterne
01.04.2026
Ein Roman dessen Sogkraft sich erst langsam entwickelt
Das Cover des Romans hat mich sofort angesprochen, kein kitschiges Afrikamuster, sondern ein Bild von einem Liebespaar in schwarz/weiß, dessen Kleidung und Frisur auf die 60er vermuten lässt. So schnell wie mich das Cover begeistert hat, so langsam kam ich in den Roman hinein. Ich hatte die ersten Kapitel Probleme den verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge zu folgen. Auch die familiären Verstrickungen machten es nicht einfacher.Aber es wurde von Kapitel zu Kapitel einfacher und es wurde deutlich wie geschickt die Autorin ihre Geschichte durch die Generationen hinweg verflocht, um ein Gesamtbild zu erschaffen. Die Themen Herkunft, Familie und psychische Krankheit spielen da die zentrale Rolle. Dies erzählt sie anhand der Lebensgeschichte von Margaret und Benjamin, die sich in Lagos kennenlernen, aber deren Geschichte schon vor ihrer Geburt gekreuzt wurde. Und dabei stellt sich immer wieder die Frage inwieweit müssen die Kinder für die Vergehen und Schicksale ihrer Vorfahren büßen. Und wo kommt die moderne Medizin an ihre Grenzen.Das Springen zwischen den Zeitsträngen, was zu Beginn noch schwierig war, machte den Roman insgesamt sehr spannend und abwechslungsreich. Dennoch ist es keine leichte Lektüre, die mich auch einfach durch die unterschiedlichen Traditionen und Rituale herausgefordert hat.Insgesamt hätte ich gerne mehr zu den einzelnen Hintergründen erfahren. Die Handlungsorte, sei es das Dorf um die Jahrtausendwende oder die Stadt Lagos in den 60ern konnte ich mir nur wenig vorstellen. Viel hat man nicht erfahren, auch die Nebencharaktere blieben doch etwas blass. Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und ich kann es weiterempfehlen.
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Buchina

4 Sterne
13.03.2026
Der Fluch der Vergangenheit
„Die Stimmen der Nacht“ ist der Debütroman der nigerianischen Autorin und Juristin Tochi Eze. In den 1960er Jahren lernen sich in Lagos die selbstbewusste Margaret und der in Großbritannien geborene Benjamin kennen. Benjamin ist auf der Suche nach seinen Wurzeln: Er hatte eine nigerianische Großmutter und weiß nur wenig über die Vergangenheit. Die beiden verlieben sich. Schon bald stellen sie fest, dass sie mehr verbindet als sie dachten.Gegen den Willen von Margarets Familie heiraten die beiden, Margaret wird schwanger. Doch als Margarets psychischer Zustand immer schlechter wird, führen die Nachwirkungen jahrzehntealter Geschehnisse schließlich zum Bruch zwischen den beiden. „Sie sah auf Matthias und dann auf die beiden anderen Männer aus der Sippe, und ihr wurde klar, welches die große Ungerechtigkeit im Leben war. Es war nicht Tod oder Armut oder die Unfähigkeit selbstverliebter Politiker. Es war die Familie. In ein Zuhause hineingeboren werden, das man sich nicht ausgesucht hatte, zu einem Volk zu gehören, dessen Schicksal so unauflöslich mit dem eigenen verschlungen war.“ Tochi Ezes Schreibstil gefällt mir sehr gut. Am stärksten empfand ich die Kapitel mit der Überschrift „Die Ahnen“, die in den Jahren 1905/1906 in Umumilo spielen. Durch die Zeitsprünge zwischen der Vergangenheit, den 1960er Jahren und dem Jahr 2005 fügt sich die komplette Geschichte erst nach und nach zusammen. „‘Ich glaube nicht an Flüche, Maggie. Das weißt Du‘, sagte er. Sie wandte sich ab. ‚Ich glaube, dass Menschen manchmal für Dinge bestraft werden, die sie nicht verstehen.‘ Er beugte sich vor und nahm ihre Hand. ‚Es gab damals Dinge, die ich nicht verstanden habe, und ich habe dich dafür bestraft. Dich und unsere Tochter."‘ Herausfordernd fand ich dabei vor allem zu Beginn die vielen Namen und Personen. Hier wäre ein Familienstammbaum sicherlich hilfreich gewesen; andererseits hätte das vorweg vielleicht zu viel verraten.Um die Geschichte auch für weniger versierte Leser zugänglich zu machen, wäre auf jeden Fall ein kurzes Glossar mit den wichtigsten Begriffen der nigerianischen Kultur und Geschichte empfehlenswert gewesen. Ansonsten ist „Die Stimmen der Nacht“ ein bewegender Roman über kulturelle und familiäre Identität, Glauben und Schuld, den ich gerne weiterempfehle. Vielen Dank an den Pfaueninsel Verlag und an Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚
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downey_jr

3 Sterne
20.03.2026
Einblick in eine fremde, vielschichtige Welt
"Die Stimmen der Nacht" war für mich ein Buch, in das ich zu Beginn nicht direkt hineingefunden habe. In den ersten Kapiteln haben mich die vielen Namen, Zeitsprünge und Ortswechsel etwas überfordert, und ich hätte mir an manchen Stellen eine bessere Orientierung gewünscht.Doch je länger ich gelesen habe, desto klarer wurde mir, dass die Geschichte insgesamt geschickt aufgebaut ist. Nach und nach setzt sich alles zu einem Bild zusammen: Die Handlung verbindet die Lebensgeschichte von Margaret und Benjamin in den 1960er Jahren mit Ereignissen aus der Vergangenheit um 1905 und führt schließlich bis ins Jahr 2005. Besonders spannend fand ich, dass die beiden zwar in Lagos aufeinandertreffen, ihre Wurzeln aber im selben Dorf liegen – ohne dass ihnen das zunächst bewusst ist.Mich hat vor allem beeindruckt, wie intensiv Tochi Eze Themen wie Identität, Herkunft und die Macht von Familiengeheimnissen verarbeitet. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie stark die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt und Menschen über Generationen hinweg prägt.Die Einblicke in eine Welt, in der Traditionen, Rituale und spirituelle Vorstellungen eine große Rolle spielen, waren für mich teilweise ungewohnt, manchmal sehr fremd, aber das ist es, was das Buch für mich nichtsdestotrotz lesenswert gemacht hat. Es hat mehr bewirkt als ein Film oder eine Doku, und hat mir Einblicke in die Tiefen der kulturellen und historischen Facetten Nigerias ermöglicht, die ich vorher nicht gehabt hatte..Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten habe ich "Die Stimmen der Nacht" gern gelesen. Es ist ein anspruchsvoller, aber sehr berührender Roman, der noch lange nachwirkt. Nichts für nebenbei, aber dennoch das Lesen wert.
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Lese-Lea

Tochi Eze

Autorin

Tochi Eze ist eine Schriftstellerin und Juristin aus Nigeria. Sie promoviert derzeit in Englischer Literatur an der University of Virginia. Die Stimmen der Nacht ist ihr erster Roman.

Portrait: Tochi Eze

© Amanda Maglione