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    4. Die Stimmen der Nacht
    Tochi Eze

    Die Stimmen der Nacht

    Übersetzt vonAgnes Krup

    Für Leser von Chimamanda Ngozi Adichie und Chigozie Obiama

    3.96552 Sterne

    (29 Bewertungen insgesamt)

    Lagos, 1960er Jahre: In einer Stadt voller Energie und Aufbruchsstimmung nach der Unabhängigkeit, lernt die selbstbewusste Margaret den in Großbritannien geborenen Benjamin kennen, der eine nigerianische Großmutter hatte und auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Sie verlieben sich und entdecken schon bald, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie dachten. Aber dann wird Margaret psychisch immer labiler, und die Schatten jahrzehntealter Ereignisse in einem kleinen Dorf weit weg von Lagos bringen langsam aber unaufhaltsam den Bruch ... Ein mitreißender Roman über Schuld, Glaube und kulturelle Identität - und die Stärke der Frauen in einer patriarchalischen Welt.

    25,00 €

    Alle Preise inkl. 7% gesetzl. Mehrwertsteuer zzgl. Versandkosten und ggf. Nachnahmegebühren, wenn nicht anders angegeben.

    Produktinformationen

    Verlag

    Pfaueninsel

    Format

    Buch (Hardcover)

    Genre

    Literarische Unterhaltung

    Seitenanzahl

    352 Seiten

    Sprache

    Deutsch

    ISBN

    978-3-69131-009-2

    Pressestimmen

    »Ein vielschichtiges Debüt, in dessen verschlungener Chronologie sich die Wechselwirkungen zwischen Familien- und Zeitgeschichte spiegeln.«
    NEW YORKer
    »DIE STIMMEN DER NACHT ist ein hochgradig fesselnder Roman, der tief in die generationsübergreifende Erzählung einer Familie eintaucht und die komplexe Wechselwirkung zwischen traditionellen Strukturen und der globalisierten Moderne analysiert.«
    Der Kultur Blog
    »Ein vielschichtiger Roman über Liebe, Familie, Identität und darüber, wie sehr Vergangenes noch in die Gegenwart hineinwirken kann.«
    Between Chapters

    29 Meinungen zu diesem Titel

    Rezensionen aus der Community

    3 Sterne
    27.07.2026
    Geister der Vergangenheit
    Es sind die 1960er Jahre in Lagos, als sich Margaret und Benjamin kennenlernen und ineinander verlieben. Benjamin ist auf der Suche nach seinen Wurzeln nach Nigeria gekommen: Seine Großmutter hat Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Vater im kleinen Dorf Umumilo auf die Welt gebracht, dieser wuchs jedoch in Großbritannien auf und gründete dort seine eigene Familie. Margaret stammt aus dem gleichen Dorf, doch was zunächst als sympathischer Zufall erscheint, erweist sich schon bald als schicksalhaft: Benjamins Großmutter half Margarets Großvater dem Zorn der Gemeinschaft zu entkommen, den er aufgrund mehrerer Vergewaltigungen auf sich gezogen hatte; Benjamins Großmutter wurde dafür in die Verbannung geschickt. Margarets Familie glaubt daher, dass ein Fluch auf der Beziehung liegt und verweigert ihr die Erlaubnis, Benjamin zu heiraten. Doch in ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit widersetzt sich das Paar dem Verbot, bald nach der Hochzeit wird zudem ihre Tochter Nwando geboren. Zeitgleich beginnt Margaret sich zu verändern: Sie sieht „die Wesen“ und glaubt, dass die Ahnen sich rächen wollen. Sieben Monate nach der Geburt fällt Benjamin in einem Moment der Überforderung eine folgenschwere Entscheidung und verlässt nicht nur Mutter und Kind, sondern auch Nigeria. Es wird 40 Jahre dauern, bis er zurückkehrt, um Margaret zu helfen, den Fluch, der auf ihrer Familie lastet, endgültig zu brechen.Tochi Eze erzählt in Die Stimmen der Nacht eine Liebes- und Familiengeschichte vor dem Hintergrund der Geschichte Nigerias. Margaret und Benjamin lernen sich kurz nach der Unabhängigkeit kennen, die schicksalhafte Beziehung zwischen ihren Familien ist Folge der Kolonialisierung durch die Brit:innen. Benjamin vereint in seinem Stammbaum nigerianische und britische Wurzeln, die Liebe seiner Großmutter zu einem jungen Engländer führte zu einem Ausschluss aus der Dorfgemeinschaft; Margaret wächst als Ziehenkelin des Stammesführers auf, der mit den Brit:innen paktiert und ihr eine westliche Bildung zukommen lässt. Doch wo Benjamin durch und durch assimiliert ist, lebt Margaret ein Nebeneinander von Moderne und Tradition, Wissen und Aberglaube. Im Umgang mit ihrer psychischen Erkrankung finden beide nicht zueinander: Benjamin sieht seine Frau an die Schizophrenie verloren, Margaret glaubt, dass ihre Vorfahren sie für die unmoralische Beziehung mit Benjamin bestrafen. Dieser Konflikt setzt sich auch in der nächsten Generation auf: Nwando glaubt als junge, moderne, in der Großstadt aufgewachsene Frau an Diagnostik und Therapie; Margarets Angehörige aus Umumilo drängen darauf, die Ahnen zu beruhigen und den Fluch zu bannen.Es ist dieses Aufeinandertreffen von Ratio und Glaube, das Tochi Eze in ihrem Debütroman glaubhaft schildert und zwar so, dass sie beide Haltungen ernst nimmt. Insbesondere westlichen Leser:innen vermittelt sie die Bedeutung der eingeborenen Riten, Traditionen und Gebräuche deutlich und schafft Verständnis für Margarets Lage und Handeln. Die Stimmen der Nacht lebt von diesem Spannungsverhältnis wie von der Multiperspektivität, die dem Roman eine grundsätzliche Dynamik und Spannung verleiht. Eze lässt abwechselnd Margaret, Benjamin und die Ahnen in einzelnen Kapiteln zu Wort kommen, zudem wechselt sie zwischen früher Vergangenheit (Beginn des 20. Jahrhunderts), Margarets und Benjamins Kennenlernzeit ab 1960 und dem Jahr 2005, in dem beide – gemeinsam mit Tochter Nwando – wieder aufeinandertreffen.Der Roman lebt, wie gesagt, davon und braucht diese Erzählweise auch, um die Leser:innen bei Laune zu halten. Denn der eigentliche Erzählton ist distanziert, man kommt den Figuren nicht nahe, sondern beobachtet sie lediglich von außen. Zudem sind die Erzählstränge, die nicht in der Zeit der Kolonialisierung spielen, zäh und wiederholend: Gerade die Passagen in 2005 kreisen fortwährend um den Umgang Nwandos mit Margarets Erkrankung, zeigen dabei aber keinerlei Entwicklung oder neue Erkenntnisse. So hat die Geschichte auf knapp 350 Seiten etwas Ermüdendes, das durchaus stimmige Ende kann die Erleichterung, den Roman beendet zu haben, nicht völlig kaschieren. Für mich eine Geschichte mit einem interessanten Ansatz, die die Leserschaft aufgrund des sehr langsamen Erzähltempos aber irgendwann verliert.
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    leselea / LovelyBooks

    3 Sterne
    14.04.2026
    Charakterstarke Familiengeschichte mit Nigeria als Hintergrund
    *3,5⭐ Ich muss sagen, ich dachte wirklich, das Buch würde mir am Ende besser gefallen, als es dann wirklich tat. Ich mochte die Geschichte der Ahnen im Dorf, ich fand die Ereignisse dort immer sehr spannend, die persönlichen genauso wie die politischen, die im Dorf sowie die der Kolonisierer. Leider bekam die Geschichte dann einige Längen, und die Spannung fiel für mich ziemlich ab. Das Ende lieferte meiner Meinung nach relativ wenig, aber bei einem Buch wie diesem ist das eigentlich auch gar nicht notwendig. Leider hab ich es schon sehr weit vorher kommen sehen.Die Charaktere waren sehr sorgfältig gestaltet, von den Ahnen bis zu der jüngsten Generation im Buch, was definitiv die Stärke des Romans war. Leider fand ich, dass die Szenerie etwas in den Hintergrund gerutscht war, ich wäre neugierig auf mehr gewesen, aber Nigeria war ja nur der Schauplatz, die Generationen umspannende Geschichte war definitiv der Fokus, was ich auch gut gelungen fand, der erste Teil des Buches hat mich generell sehr überzeugt, nur leider verlor es mich im 2. Teil dann ein wenig.Ein Lob geht auch noch an den Verfasser des Klappentextes, definitiv erfrischend wenn der so genau getroffen wird, man kriegt genau das, was drauf steht.
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    Zams / LovelyBooks

    4 Sterne
    07.04.2026
    Anspruchsvolle Familiengeschichte und eine spannende literarische Stimme
    „Die Stimmen der Nacht“ ist ein literarisch anspruchsvolles Debüt mit einer wichtigen Perspektive. Ich habe echt eine Weile gebraucht, um in die Figurenwelt einzufinden - ein selbst gezeichneter Stammbaum hat mir im Laufe der Handlung dann sehr geholfen. Es bietet sich eindeutig an, den Roman so gut es geht am Stück zu lesen, weil er einfach sehr dicht ist.Meine persönliche Herausforderung war Margaret als eine Person mit Schizophrenie. Einerseits finde ich die Darstellung der Figur sehr sensibel und ich ziehe meinen Hut vor dem Talent Tochi Ezes, hier nicht in Klischees abzudriften und dann auch noch die Balance zu wahren zwischen moderner Psychiatrie und kulturell-religiösem Umgang. Andererseits wird Margaret damit auch zu einer für mich unberechenbaren sowie leicht unzuverlässigen Figur und mit solchen habe ich immer meine Schwierigkeiten. Das ist aber einfach eine persönliche Präferenz.Der Roman ermöglicht den Leserinnen spannende Einblicke in eine Kultur, die literarisch bislang wenig Aufmerksamkeit erhält. Ich fand es sehr geschickt, wie die Autorin koloniale Taten und das damit einhergehende Erbe sowie konkrete Identitätsfragen in die Geschichte einwebt - wobei sie hier auch gern noch deutlicher hätte werden können. Stark war auf jeden Fall die Herausstellung patriarchalen Anspruchsdenkens über die Zeit und Ländergrenzen hinaus.Ein ambivalenter Punkt ist die Dichte der Erzählung, die zwar wirklich bemerkenswert ist, allerdings auch dazu führt, dass mir die Figuren weitläufig eher distanziert blieben. Die Handlung wird trotz aller Komplexität jedoch sehr atmosphärisch und authentisch beschrieben, lokale Sprache klug eingesetzt und für Nicht-Sprachkundige elegant im Erzählfluss übersetzt.Ein Werk, das definitiv mit hohem literarischen Anspruch daherkommt und eine vielschichtige Familiengeschichte geschickt ineinanderspinnt. Durch die vielen Nebenerzählungen, komplexen Figurenverflechtung und verschiedenen Zeitebenen hat mir das Buch einiges abverlangt und dadurch auch die Emotionalität ein wenig in den Hintergrund verschoben, obwohl mich die Geschichte gerade in der zweiten Hälfte sehr fesseln konnte. Eze hat hier wirklich einen sehr würdigen Debütroman geschrieben, der viele Leserinnen verdient hat.
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    nessabo / LovelyBooks

    5 Sterne
    06.04.2026
    Wenn die Vergangenheit keine Ruhe lässt
    Lagos in den 1960ern: Nigeria hat gerade seine Unabhängigkeit errungen, und die Luft ist geschwängert von Aufbruch und neuen Möglichkeiten. In diese elektrisierende Atmosphäre hinein erzählt Tochi Eze die Geschichte von Margaret und Benjamin – zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich trotzdem finden. Oder vielleicht gerade deswegen.Was diesen Roman so besonders macht, ist seine Vielschichtigkeit. Eze erzählt nicht einfach eine Liebesgeschichte, sondern webt daraus etwas viel Komplexeres: eine Familiengeschichte über Schuld, Glaube und die Last von Geheimnissen, die sich über Generationen schleppen.Margaret ist eine starke, faszinierende Figur – und gerade deshalb trifft es umso mehr, wenn man beobachtet, wie sie zunehmend ins Straucheln gerät.Die Zeitsprünge verlangen durchaus Aufmerksamkeit. Man muss sich wirklich einlassen und konzentriert lesen – aber Eze macht es einem zum Glück leicht, denn jedes Kapitel gibt einem direkt zu Beginn den zeitlichen Anker.Sobald man den Rhythmus des Buches verinnerlicht hat, fügt sich alles wie ein Puzzle zusammen, und genau das ist eines der großen Vergnügen dieses Romans.Wer bereit ist, sich auf dieses erzählerische Muster einzulassen, wird mit einer Geschichte belohnt, die noch lange nachhallt. Ein beeindruckendes Debüt.

    Globalsoulpreneur / LovelyBooks

    Tochi Eze

    Autorin

    Tochi Eze ist eine Schriftstellerin und Juristin aus Nigeria. Sie promoviert derzeit in Englischer Literatur an der University of Virginia. Die Stimmen der Nacht ist ihr erster Roman.

    Mehr erfahren
    Portrait: Tochi Eze

    © Amanda Maglione

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