Maike Albath
Ortigia, Sizilien, Ende der fünfziger Jahre: Auf der kleinen Insel vor Syrakus wächst die junge Diletta in einer Familie auf, die noch immer den Anschein alter Größe wahrt. Hinter der bröckelnden Fassade herrschen jedoch Heuchelei und starre gesellschaftliche Regeln.
Die Liebe zu einem jungen Mann aus einfachen Verhältnissen eröffnet ihr die Möglichkeit eines anderen Lebens. Doch als die Beziehung in die Konventionen ihrer Familie gezwungen wird, erkennt Diletta, dass auch sie ihre Freiheit bedroht. Vor dem Hintergrund familiärer Skandale und eines Feuers, das Ortigia erschüttert, trifft sie eine schwerwiegende Entscheidung.
Di Falco erzählt von einer Zeitenwende, von der Sehnsucht nach Aufbruch und der universellen Erfahrung, zwischen Vergangenheit und einer hohlen Gegenwart gefangen zu sein.
Mit einem Vorwort von Maike Albath
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Verlag
Format
Buch (Hardcover)
Genre
Literatur
Seitenanzahl
288 Seiten
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-69131-023-8

Der Abgrund zwischen Nacht und Tag
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Laura Di Falco (Pseudonym für Laura Anna Lucia Carpinteri, 1910-2002) war Lehrerin in Syrakus, bevor sie ihrem Mann Felice Di Falco nach Rom folgte. Beide waren als Antifaschisten politisch aktiv. In den fünfziger und sechziger Jahren war Laura Di Falco als Autorin von Persönlichkeiten wie Vitaliano Brancati, Aldo Palazzeschi und Eugenio Montale hochgeschätzt. Außerdem schrieb sie für La Nazione und Il Mondo. Sie war mehrmals für den Premio Strega nominiert, zuletzt 1976 mit DER ABGRUND ZWISCHEN TAG UND NACHT.

© Di Falco Romano Family
Laura Anna Lucia Carpinteri wurde 1910 in Canicattini Bagni auf Sizilien als Tochter wohlhabender Großgrundbesitzer geboren. Ähnlich wie im Fall ihrer Protagonistin Diletta aus ihrem Roman, Der Abgrund zwischen Nacht und Tag, stammte ihre Mutter aus einer Familie wohlhabender Großgrundbesitzer, während ihr Vater Ingenieur war. Mit vierzehn Jahren zog sie aus ihrem kleinen Geburtsort nach Siracusa, um ein renommiertes klassisches Gymnasium zu besuchen, mit achtzehn zog sie nach Pisa und studierte dort Philosophie. Nach ihrem Abschluss kehrte sie als Lehrerin nach Siracusa zurück, verließ Sizilien – wie so viele sizilianische Schriftstellerinnen und Schriftsteller – aber bald ganz, um sich in Rom niederzulassen. Dort lernte sie ihren Mann Felice di Falco kennen und heiratete ihn, unter dessen Namen sie ihre Bücher veröffentlichte, auch weil ihre Schwester Teresa, die ebenfalls Schriftstellerin war, ihren Geburtsnamen Carpinteri beibehielt.
In der Hauptstadt führte Laura Di Falco ein ganz anderes Leben als in der sizilianischen Provinz: Sie verkehrte mit Künstlern und Intellektuellen, veröffentlichte Romane, widmet sich der Malerei und eine Zeitlang auch der politischen Arbeit. Sie und ihr Mann waren Antifaschisten und offen mit der Aktionseinheit des Partito d’Azione und Ugo La Malfa verbunden. Von 1950 bis 1966 schrieb sie für die politische Wochenzeitschrift Il Mondo. Bereits 1959 wurde ihr Roman Una donna disponibile, der die Langeweile des bürgerlichen Lebens thematisiert, vom sizilianischen Verlag Sciascia veröffentlicht und für den Premio Strega nominiert.
Der Abgrund zwischen nach und Tag ist Laura Di Falcos wichtigster Roman, veröffentlicht beim Mailänder Verlag Rizzoli und 1976 von Nobelpreisträger Eugenio Montale für den Premio Strega nominiert. Er schaffte es unter die fünf Finalisten und belegte den dritten Platz. Laura Di Falco starb 2002 in Rom. Erst 2012 legte ein kleiner Verlag in Siracusa ihren grandiosen Roman neu auf. Nun erscheint er erstmals auf Deutsch.
