Das Ende von gestern ist der Anfang von morgen

Gelesen vonJenny Laura Bischoff,Pia-Rhona Saxe,Madieu Ulbrich,Julian Horeyseck

4.5 Sterne

(2 Bewertungen insgesamt)

London, 1974: Die siebzehnjährige Pippa St George, Tochter aus gutem Hause, wird von ihrer besten Freundin auf ein Konzert im dunklen, schmutzigen London geschleppt. Dort trifft sie auf Oz, den Sänger der Punkband, der für alles steht, was ihre Familie verachtet. Gegen alle Konventionen und gegen jede Logik verlieben sich die beiden ineinander, doch dann werden sie von der harten Realität eingeholt.

London, Gegenwart: Online-Redakteurin Gilly ist überglücklich, als sie eine erschwingliche Wohnung in einem viktorianischen Mietshaus in Camden findet. Umso größer der Schock: Das Haus soll verkauft und luxussaniert werden. Um dem Haus ein Denkmal zu setzen, tut Gilly sich mit ihren Nachbarn, und vor allem mit dem Dokumentarfilmer Owen, zusammen. Während ihrer Recherche kommen sich die beiden nicht nur näher, sie stoßen auch auf eine Geschichte, die sie mehr berührt als alle anderen ...

19,99 €

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Produktinformationen

Verlag

Lübbe Audio

Format

Hörbuch Lesung (MP3-Download) gekürzt

Genre

Feel-Good-Romane

Dauer

537 Minuten

Tracks

169

Sprache

Deutsch

2 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Community

5 Sterne
26.04.2024
Ein ergreifendes Buch
1974 trifft Pippa auf Oz, zwei Welten, doch Gefühle kennen kein Unterschied. In der Gegenwart begleiten wir Gilly, die endlich eine erschwingliche Wohnung findet, dann aber damit konfrontiert wird, dass sie vielleicht bald wieder raus muss… Ich weiß gar nicht, welche der beiden Geschichten, die wir erleben dürfen in Kathinkas neusten Werk, mich mehr fasziniert und eingenommen hat. Pippa und Oz, weil so zwei wirklich unterschiedliche Welten aufeinander treffen, die kaum bis gar keine gemeinsamen Berührungspunkte haben und letztendlich trotzdem zu einer wundervollen Liebesgeschichte führen, weil man Gefühle nicht beeinflussen kann. Dabei aber erleben zu dürfen, wie Pippa aufblüht, als sie anfängt, das für sich zu tun, war für mich einfach wundervoll. Aber ich wusste auch, dass es schwer werden wird, wenn keinerlei Verständnis für ihre Gefühle von Seiten ihrer Familie ausgeht. Auf der anderen Seite haben wir die Geschichte von Gilly, die nach einer Wohnung sucht und endlich das Glück hat, etwas zu finden, was bezahlbar ist, um kurz darauf festzustellen, dass das Haus verkauft und luxussaniert werden soll. Doch damit will sie sich nicht abgeben und fängt an zu kämpfen. Wie die anderen Mieter in dem Haus nach und nach zusammenwachsen, um den Kampf aufzunehmen, hat mich gerührt. Als Gilly dann auch Owen von einer Idee überzeugen kann, die ihn anfangs an seine Grenzen führt, keimen erste Gefühle auf, die langsam aber stetig zu etwas Wundervollen wachsen. Und auch bei der grummelige ältere Dame von gegenüber kann man ganz wenig Zuspruch aufblitzen sehen, dem Haus eine Chance zu geben. Als ich dann nach und nach gesehen habe, wie diese Geschichten wachsen und wohin die Reise geht, habe ich am Ende die Tränen nicht mehr zurückhalten können 🌷 Wer dieses Buch nicht liest, der verpasst definitiv eine ganz wundervolle Geschichte, die mich tief berührt hat. Dabei fällt es mir echt schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen, die dem Buch gerecht werden. Ich glaube, jeder muss es einfach selbst lesen und sich auf diese Geschichte einlassen. Danke, Kathinka, dass du sie mit uns teilst ✨Jahreshighlight✨ ✨absolute Leseempfehlung✨
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buch_und_tee_

4 Sterne
23.07.2024
"Zackbumm, Herz dran gehängt"
Handlung: "Das Ende von gestern ist der Anfang von morgen" hat eigentlich alles, was eine gute Geschichte braucht - ein lebendiges Setting, einen interessanten Erzählaufhänger, authentische Figuren und einen atmosphärischen Schreibstil. Kein Wunder also, dass es mir mit diesem Buch so ging wie Kathinka Engels Protagonistin mit dem Haus in der 19 Tolpuddle Street "Zackbumm, Herz dran gehängt". Was das Buch allerdings davon abgehalten hat, für mich zu einem richtigen Highlight zu werden, ist das eher mittelmäßige Pacing der Geschichte. Die Autorin erzählt hier abwechselnd zwei eigenständige Handlungsstränge auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, die sich erst auf den letzten Seiten des Romans verbinden. Dafür nutzt sie die Perspektive der jungen Pippa im Jahr 1974 und die von Online-Redakteurin Gilly in der Gegenwart. Dadurch dass zwei Geschichten parallel erzählt werden, braucht der Roman erstmal 150-200 Seiten, um in die Gänge zu kommen, während das Ende mit der Verbindung der Handlungsstränge sehr plötzlich kommt und sich die Ereignisse beinahe überschlagen. Ein wenig mehr Drive zu Beginn und etwas mehr Ruhe im Ende hätte der Erzählung also aus meiner Sicht sehr gut getan. Die Art und Weise, wie die Autorin ihre Geschichte auflöst, ist allerdings sehr gelungen - zwar nicht vollkommen unvorhersehbar, aber rund und emotional mit stimmigen Zwischentönen erzählt. * Schreibstil:* Wer schon einmal in einem Altbau gewohnt hat, kennt vermutlich die Spuren, die vorherige Bewohner dort hinterlassen haben und die gelegentliche Frage, welche Geschichten die Gemäuer erzählen würden, wenn sie sprechen können. Um genau diese Frage dreht sich diese ruhige, einfühlsame, lebendige Erzählung über Heimat, den Zusammenhalt einer Hausgemeinschaft, Verlieren, Finden und Gefunden werden. Dabei entführt die Autorin mit ihrer 19 Tolpuddle Street nach Camden mitten in London und erweckt dieses Viertel auf beiden Zeitsträngen auf magische Weise mit allen politischen und historische Feinheiten zum Leben. Während wir in der Vergangenheit die prekären Lebensbedingungen der Arbeiterklasse, die Beginne der Punk-Szene und Hausbesetzungen beobachten, ist der Camden Market in der Gegenwart zu einem Touristenmagneten geworden und der alte Charme muss immer mehr der Gentrifizierung weichen. Dennoch liest sich das Buch von Anfang bis Ende wie eine Liebeserklärung an die Stadt London. Gemeinsam mit Gilly gehen wir für ihr Online-Magazin auf eine Suche nach "Hidden Places" in der Stadt und bekommen dabei (trotz der bösen Mietpreise) sofort Lust, hinzufahren und selbst auf Entdeckungsreise zu gehen! * Figuren:* Durch den eher gemächlichen Beginn kann sich die Geschichte viel Zeit nehmen, die beiden Hauptfiguren und deren Lebenssituation ausführlich vorzustellen. So bekommen wir ein gutes Gefühl für die jeweiligen Konflikte und können die Entwicklungen der Figuren gespannt mitverfolgen. Im 1974-Handlungsstrang beobachten wir, wie die Tochter aus gutem Hause aus Langweile in die Punkszene gerät und sich in den Sänger Oz verliebt. Dabei steht vor allem Pippas Ausbruch aus ihrem behüteten Leben, das Hinterfragen ihrer politischen Ansichten und ihrer gesellschaftlichen Rolle als Frau im Vordergrund. Während sie es einem gerade zu Beginn sehr schwer macht, sie nicht für ihre Naivität und internalisierte Misogynie schütteln zu wollen, macht sie dabei einen beachtlichen Wandel durch und wächst einem sehr ans Herz. Dagegen hatte ich zu Gilly von Beginn an einen deutlich besseren Zugang. Sie ist zu Beginn der Handlung an einem Punkt in ihrem Leben angelangt, an dem sie nicht genau weiß, wie es bei ihr weitergehen soll - nur dass sich etwas ändern muss. Nach einer gescheiterten Langzeitbeziehung ist sie wieder Single, wohnt alleine und muss sich zum ersten Mal fragen, was eigentlich sie möchte. Ihr Handlungsstrang dreht sich also ganz um Orientierungslosigkeit im Leben, den Druck, den sie als Dreißigjährige von außen spürt und wie sie (mithilfe einer Armada von Basilikum) zu sich selbst findet. Dabei lässt sie ganz schön viele kleine Weisheiten vom Stapel, die auch bei mir ein bisschen etwas bewegt haben... Da beide Hauptfiguren sehr viel Raum einnehmen, bleibt nur wenig Platz für Nebenfiguren. Zwar haben beide Frauen eine Liebesgeschichte, die schön erzählt sind, sich aber recht schnell entwickeln und eher Randnotizen bleiben. Auch andere Akteure wie beispielsweise die Nachbarin Miss Dewbre hätten noch ein bisschen ausgebaut werden können. Doch das hätte das Pacing vermutlich noch mehr aus der Balance gebracht, also bleibe ich bei meinem Urteil: bis auf Unstimmigkeiten im Erzähltempo erzählt Kathinka Engel hier einen lebendigen, kraftvollen Roman! * Die Zitate* _ "Bisher war jeder Schritt in meinem Leben immer die logische Fortsetzung des vorher Dagewesenen. Und das vorher Dagewesene war immer schon ein Kompromiss gewesen, weil es nie um mich gegangen war. Immer glaubte ich, den kleinsten gemeinsamen Nenner, die Geschmacksüberschneidung finden zu müssen, sodass mein Leben zu einer Aneinanderreihung aus Geschmacksüberschneidungen wurde. Die Trennung von Luke und mein Auszug sind so etwas wie ein Ausbruch aus diesem Trott. Ein Unterbrechen der Logik. Zeit für eine eigene Playlist.” "Mein Basilikum lässt die Blätter hängen." "Es ist immer entweder zu viel oder zu wenig Licht oder zu viel oder zu wenig Wasser", sagt sie. "Na, wenn das mal nicht hilfreich ist", erwidere ich. Aber dann fällt mir auf, dass genau das vermutlich auch fürs Leben gilt. Man muss wohl einfach selbst herausfinden, wie viel Licht und wie viel Wasser man braucht. Und auf einmal scheint es immens wichtig, dass ich die Sache mit dem Basilikum hinkriege." "Ich muss das alles allein machen. Niemand erinnert mich. Niemand macht es, wenn ich zu faul bin. Aber den nächsten Schritt nicht zu kennen macht, dass ich das Jetzt klarer sehe. Dass ich wacher bin im Moment, verstehst du?" "Ich habe nie gesagt, dass ich lieber allein bin." "Aber du hast doch..." Doch Owen lässt mich nicht ausreden. "Es kommt ganz darauf an, wer die Alternative zum Alleinsein ist." Er lächelt mich an, und mein hüpfendes Herz möchte sich wirklich, wirklich an Owen hängen." "Ist das die erwachsene Version des Verliebens? Mit Luke war es die panische. Die Was-wenn-ich-niemanden-abkriege-Version. Und dann war es die Jetzt-hab-ich-schon-so-viel-investiert-Situation. Bis nicht einmal mehr das reichte. Ist der perfekte Mensch für einen anderen Menschen derjenige, dessen Gegenwart besser ist als Alleinsein, aber in einer Phase, in der man das Alleinsein zu schätzen weiß." _ * Das Urteil* "Zackbumm, Herz dran gehängt" - "Das Ende von gestern ist der Anfang von morgen" hat (bis auf ein gelungenes Pacing) alles, was eine gute Geschichte braucht: ein lebendiges Setting, einen interessanten Erzählaufhänger, authentische Figuren und einen atmosphärischen Schreibstil.
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Kathinka Engel

Autorin

Als leidenschaftliche Leserin studierteKathinka Engelallgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft und arbeitete im In- und Ausland für eine Literaturagentur, ein Literaturmagazin sowie als Übersetzerin und Lektorin für verschiedene Verlage. Sie lebt in Berlin, ist aber in London zu Hause. Unter@kathinka.engelteilt sie auf Instagram und Tiktok ihre Begeisterung für Bücher und das Schreiben.

Portrait: Kathinka Engel

© Sophie Anfang

Jenny Laura Bischoff

Sprecherin

Jenny Laura Bischoff, 1977 in Dortmund als Halb-Portugiesin geboren, stand mit 14 Jahren zum ersten Mal auf der Theaterbühne und liebt seitdem das Sprechen und die Sprache. Ob als Schauspielerin in "Alles was zählt", "Rosenheim Cops" u.a., oder als Synchronsprecherin in Trickfilmen, Serien und Dokumentationen (Hotel Transylvanien, Good Bones, Call the Midwifes etc.) Die passionierte Leseratte mag die Abwechslung.

Portrait: Jenny Laura Bischoff

© Carsten Arnold

Pia-Rhona Saxe

Sprecherin

Pia-Rhona Saxe, 1990 geboren, ergriff schon in Kindertagen jede Gelegenheit, sich schauspielerisch zu betätigen, zu singen und zu sprechen. 2019 nahm sie, zunächst nebenberuflich zu ihrer Beamtenlaufbahn in der Justiz, ihre Selbständigkeit als Sprecherin auf und ließ sich parallel aus- und weiterbilden. 2021 hat sie das Büro vollständig gegen die Sprecherkabine eingetauscht und bringt ihre Stimme in zahlreichen Hörbuchprojekten zum Einsatz.

Portrait: Pia-Rhona Saxe

© Joana Rudziok

Madieu Ulbrich

Sprecher

Madieu Ulbrich, geb. 1993, studierte von 2016 - 2020 Schauspiel an der Schule des Theaters der Keller in Köln. Während dieser Zeit hatte er bereits wiederkehrende Rollen in TV-Serien wie "Alles oder Nichts", "Unter uns", „Rabenmütter" und "Merz gegen Merz". Er gehört zum Hauptcast der preisgekrönten Magenta TV/TNT-Serie „Oh Hell" und spielte 2023 an der Seite von Friederike Kempter die Hauptrolle des Androiden 'Friendly Bo' in der SKY-Serie „Tender Hearts".

Portrait: Madieu Ulbrich

© Markus J. Bachmann

Julian Horeyseck

Sprecher

Julian Horeyseck absolvierte seine Schauspielausbildung in Hamburg am Schauspielstudio Frese. Nach Theaterengagements in Hamburg, Kiel, Hildesheim und freier Arbeit in Innsbruck, entschied er sich jedoch den Fokus vollkommen auf die Arbeit hinter dem Mikrofon zu legen. Mittlerweile lebt er in Köln und ist vorwiegend als Hörbuch- und Hörspielsprecher tätig.

Portrait: Julian Horeyseck

© Markus J. Bachmann