The Book Eaters

Übersetzt von

Axel Franken

Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten? Ein düsterer Fantasy-Roman

4 Sterne

(5 Bewertungen insgesamt)

In den Mooren Yorkshires lebt eine geheime Gruppe von Menschen, für die Bücher Nahrung sind, die alles verschlingen, was darin steht. Devon gehört dazu - bis ihr Sohn mit einer dunkleren Art von Hunger geboren wird: nicht nach den Geschichten in Büchern, sondern nach denen in den Köpfen der Menschen. Er ist ein 'Seelenfresser', eine 'Abart', die meist schon bei der Geburt gnadenlos getötet wird. Doch Devon schwört ihn zu retten und flieht mit ihm in die Welt der Menschen, verfolgt vom eigenen Clan und seinen schrecklichen Handlangern, den ‘Rittern’. Um zu überleben, ist sie gezwungen, schlimme Dinge zu tun. Hoffnung verspricht nur ein mysteriöser zweiter Clan. Doch die Hoffnung trügt ...

12,99 €

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Produktinformationen

Verlag

Lübbe

Format

eBook (epub)

Genre

Fantasy Bücher

Seitenanzahl

493 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7517-8396-5

5 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Lesejury

4 Sterne
03.09.2025
Eine Mutter würde alles tun
Eine grundlegende sehr spannende und interessante Geschichte. Eine Frau verloren zwischen archiaischen Traditionen, Gewalt, Angst und der unbändigen Liebe für ihre Kinde.r Wir begleiten Devon auf einem harten Weg, der herausführt aus ständiger Isolation und Gehirnwäsche um ihren Sohn vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren. Eine Mutter die alles einsetzt was sie hat und Wege geht, die die meisten sich nicht trauen. Das setting der Buchesser gefällt mir hut und auch die zeitweise "derbe" Sprache passt zum Inhalt. Ich hab es tatsächlich ganz gerne gelesen und fand den Wechsel zwischen der jungen und der Erwachsenen Devon ganz schön als Stilmittel.
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Sofatex

4 Sterne
11.08.2025
Düster, verstörend, berührend
Devon wurde als Buchesserin geboren und wird nun als Frau allein auf ihre Gebärfähigkeit reduziert. Ihre Kindheit verbrachte sie privilegiert wie eine Prinzessin, doch mit dem Erwachsenwerden offenbart sich die grausame Wahrheit: Sie wird als Gebärende von Clan zu Clan geschickt, darf ihre Kinder nicht behalten und verliert zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Leben. Das Buch beginnt eher ruhig. Im ersten Drittel wird die Welt der Buchesser vorgestellt und einige Situationen geschildert, deren Bedeutung und wirkliches Ausmaß sich erst später erschließen. Mir fiel es zuerst schwer, in die Geschichte zu finden, da es erst einmal wenig Spannung gab und man noch nicht die Zusammenhänge erahnen konnte. Die Handlung nimmt jedoch spürbar an Fahrt auf, als Devon älter wird und ihr zweites Kind als sogenannter Gedankenesser geboren wird – ein Schicksal, das in dieser Gesellschaft entweder Versklavung oder Tod bedeutet. Um ihren Sohn zu retten, benötigt Devon „Erlösung“ - ein Mittel, um den Gedankenesser-Zwang zu unterdrücken. Oder ihr Sohn muss förmlich das Gehirn aus Menschen saugen, um zu überleben, was sie immer wieder an die Grenzen ihrer Macht bringt. Devons Entwicklung zur Mutter, die buchstäblich alles opfert, um ihr Kind zu retten, ist beklemmend und beeindruckend zugleich. Sie selbst muss zum Monster werden, um nicht ein Opfer zu bleiben. Dabei gelingt es der Autorin, den inneren Konflikt der Protagonistin greifbar zu machen und Mitgefühl zu wecken, ohne zu beschönigen. Zitat S. 35: „»Ich war mal eine Prinzessin, musst du wissen.« Ihr Spiegelbild runzelte zweifelnd die Stirn. Die Prinzessinnen in den Büchern, die sie gelesen hatte, waren hübsche, zarte Geschöpfe, und die wenigsten von ihnen waren eins fünfundachtzig große Mörderinnen mit einer Vorliebe für kurz geschorenes Haar und Lederjacken. Merkwürdig war das.„ Frauen und "Gedankenesser" sind in dieser Welt entmenschlicht und unterdrückt. Doch Devon fügt sich nicht. Die letzte Wendung verleiht der Geschichte Tiefe und macht das Ende emotional und spannend zugleich. Insgesamt ein verstörender, aber fesselnder Debütroman, der nachhallt und - nach anfänglichen Schwierigkeiten, in die Geschichte zu finden - doch noch überzeugen konnte. Fazit: Ein düsterer Fantasyroman über weibliche Selbstbestimmung, systematische Unterdrückung und den Mut, sich zu wehren. Teils verstörend, teils berührend – aber in jedem Fall lesenswert.
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Recensio

4 Sterne
20.11.2025
Book Eaters
In den Mooren Yorkshires lebt ein geheimer Clan, dessen Mitglieder Bücher wie Nahrung verschlingen. Als Devon einen Sohn mit einem gefährlichen Hunger nach den Gedanken lebender Menschen zur Welt bringt, wird er zur gejagten „Abart“. Um ihn zu retten, flieht sie vor ihrem Clan und dessen grausamen „Rittern“ in die Menschenwelt, wo sie zu verzweifelten Taten gezwungen ist. Ein zweiter, mysteriöser Clan scheint Hoffnung zu bieten – doch diese erweist sich als trügerisch. Das Leben der Buchesser ist geprägt von strengen Regeln, patriarchaler Kontrolle und der gnadenlosen Ausbeutung der wenigen Frauen, die zu arrangierten Ehen und raschen Schwangerschaften gezwungen werden. Hier hat das Gefühl Ähnlichkeit zu Handmaidstale zu lesen… Die Geschichte zeigt hier klar das männliche Bild als grausam und brutal da, was übergeordnet allem steht. Trotz allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen, auch wenn man die „Geschichte“ schon irgendwie her kennt.
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Winniehex

4 Sterne
14.11.2025
Bewertung: 3,5 von 5 Sternen – düster, besonders, aber nicht ganz meins.
Schon der Titel klingt wie ein dunkles Märchen – und genau so beginnt es auch. In The Book Eaters lebt eine uralte, verborgene Gesellschaft von Wesen, die keine Nahrung brauchen, sondern Geschichten essen. Bücher sind ihr Brot, Worte ihr Blut. Allein diese Idee ist so genial, dass sie sofort fesselt – düster, originell und unheimlich poetisch. Im Mittelpunkt steht Devon, eine der wenigen Frauen ihrer Art. Sie wächst abgeschottet in einem patriarchalischen Clan auf, in dem Märchen und Rittergeschichten als Erziehungsmethode dienen – und Freiheit ein Fremdwort ist. Doch Devon ist anders. Als Mutter eines Sohnes, der nicht Bücher, sondern Gehirne verschlingen muss, gerät sie in einen moralischen und existenziellen Kampf. Zwischen Liebe, Schuld und Überleben bleibt sie eine tragische Figur, die immer wieder versucht, das Richtige zu tun – in einer Welt, die ihr keine Wahl lässt. Die Handlung selbst ist allerdings… tricky. Die Zeitsprünge sind zahlreich und sprunghaft, fast wie lose Seiten in einem alten Buch, die jemand durcheinandergebracht hat. Mal befindet man sich in Devons Kindheit, dann wieder mitten in ihrer Flucht mit dem Sohn – ohne klare Orientierung. Gerade im Hörbuch, wo man nicht einfach zurückblättern kann, wird das schnell anstrengend. Ich musste öfter gedanklich innehalten, um überhaupt zu wissen, wo ich gerade bin. Trotzdem: Die Atmosphäre ist großartig. Dunkel, beklemmend, manchmal fast gothic. Die Erzählung hat etwas von einer düsteren Parabel über Kontrolle, Mutterliebe und das Machtspiel zwischen Wissen und Glauben. Und die Idee – Wesen, die Geschichten essen, statt sie zu erzählen – ist einfach faszinierend. Leider konnte mich die Umsetzung nicht ganz fesseln. Die Handlung zieht sich stellenweise, und die emotionale Tiefe verliert sich zwischen all den Zeitsprüngen und Perspektivwechseln. Ich hatte oft das Gefühl, das Potenzial des Romans liegt direkt vor mir – ich kann es sehen, riechen, fast schmecken – aber irgendwie greife ich immer daneben. Mein Fazit: The Book Eaters ist kein schlechtes Buch, ganz im Gegenteil – es ist originell, klug und atmosphärisch dicht. Aber die Erzählstruktur ist anspruchsvoll und erfordert volle Konzentration. Wer sich auf das Chaos der Zeitebenen einlassen kann, wird mit einer einzigartigen, dunklen Geschichte belohnt. Für mich persönlich war’s leider mehr Kopfzerbrechen als Gänsehaut – aber das liegt eindeutig an meinem Geschmack, nicht an der Idee selbst.
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Fabulousfeather

Sunyi Dean

Autor:in

Sunyi Dean (sun-yee deen) ist eine mehrfach preisgekrönte Autorin, die im ländlichen Texas geboren wurde, in Hongkong aufwuchs und heute in Nordengland lebt. Sunyi schreibt genreübergreifende spekulative Fiktion mit einer ganz eigenen Note, und ihr Debütroman Die Bücherverschlinger war sofort ein #2-Bestseller der Sunday Times. Einige ihrer Kurzgeschichten sind in Zeitschriften wie Interzone, Grimdark Magazine, BBC Radio Leeds und Tor Dot Com erschienen. In ihrer Freizeit kauft sie gerne Whisky, sammelt Hanteln und stirbt theatralisch beim Jiu-Jitsu. Außerhalb des eigentlichen Schreibens ist sie vielleicht am besten dafür bekannt, dass sie zusammen mit ihrem Tor-Autorenkollegen Scott Drakeford den Publishing Rodeo Podcast gegründet und moderiert hat, in dem sie offen über die traditionelle Pub-Szene in England sprechen.

Portrait: Sunyi Dean

© Mark Hillyer at True North Studios