
Gestern fand erstmalig die Verleihung des Ampersand (&) Stipendiums im Rahmen des Kirill & Friends Berlin Festivals statt. Eine der fünf Preisträgerinnen ist die iranische Aktivistin und Autorin Nila, deren Buch „Auf den Straßen Teherans“ im Februar 2026 im Pfaueninsel Verlag erschienen ist.
Das Stipendium erhalten Künstler:innen, die in den letzten Jahren die zeitgenössische Kulturlandschaft Deutschlands bereichert haben und deren Erfahrungen mit Migration, Exil, Flucht und Vertreibung Teil ihrer künstlerischen Biografie sind.
Nilas Bericht über die Woman.Life.Freedom.-Bewegung, die 2022 im Iran mit der Tötung von Jina Mahsa Amini begann, dokumentiert die brutalen Vorgehensweisen der iranischen Regierung gegenüber den Protestierenden, die für die Rechte iranischer Frauen auf die Straße gingen und gehen.
Eindringlich schildert Nila ihre persönlichen Erfahrungen als Aktivistin auf den Straßen Teherans und setzt diese in den Kontext einer langen Geschichte weiblicher Stärke im Iran. Ein mutiges Zeugnis, das einen tiefen Einblick in die gegenwärtigen Proteste und die anhaltende Unterdrückung im Iran bietet.
In ihrem Statement zur Verleihung des Stipendiums, das ihre Verlegerin Constanze Neumann stellvertretend für sie entgegennahm, schreibt sie:
„Der Erhalt dieses Grants hat eine tiefe Bedeutung für mich. Nicht nur als Unterstützung für die Arbeit einer Schriftstellerin, sondern als Erinnerung daran, dass Stimmen Grenzen überwinden können, und die Erfahrung von Verlust und Widerstand sich mit den Erfahrungen anderer Menschen an anderen Orten verbinden kann.
Aus diesem Grund hat das „&“ Zeichen eine sehr persönliche Bedeutung für mich: ein einfaches Wort, das verbindet. Die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen meinem Haus und dem Ihrem, zwischen den verschiedenen Erfahrungen der Menschen. Vielleicht hat die Kunst in solchen Zeiten mehr denn je die Pflicht, Stimmen zu bewahren; auch wenn die Machthaber sie zum Schweigen bringen wollen, dürfen wir nicht erlauben, dass sie aus unserem Gedächtnis gelöscht werden.“