Rabenthron

Illustriert von

Jens M. Weber

Epischer historischer Roman über Freundschaft, Loyalität und HerrschaftTeil 1 der Reihe "Helmsby-Reihe"Teil 1 der Reihe "Helmsby-Reihe"

4.45652 Sterne

(46 Bewertungen insgesamt)

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England im Herbst 1013: Um den dänischen Gefangenen Hakon bei Hofe abzuliefern, reist der junge Engländer Ælfric of Helmsby nach London. Die Stadt liegt in Trümmern, denn dem schwachen König Ethelred gelingt es nicht, sein Reich gegen die ständigen Wikingerüberfälle zu schützen.

Doch anders als England und Dänemark sind Ælfric und Hakon keine Feinde - während der gefährlichen Reise sind sie zu Freunden geworden. Bald schon gehören sie zum inneren Kreis um die machtbewusste Königin Emma. Aber der Widerstand der Engländer droht zu brechen, und als der dänische König stirbt, steht bald ein noch gefährlicherer Feind vor den Toren ...

Von der Bestseller-Autorin der Warringham-Saga

30,00 €

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Produktinformationen

Verlag

Lübbe

Format

Buch (Hardcover)

Genre

Historische Romane

Seitenanzahl

896 Seiten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7577-0130-7

So bildgewaltig erzählt nur Rebecca Gablé.

46 Meinungen zu diesem Titel

Rezensionen aus der Lesejury

4 Sterne
10.09.2025
Die Sanftmütigen besitzen das Erdenreich sicher nicht...
Es geschah vor rund tausend Jahren. England stand vor großen Umbrüchen. Die Dänen überfielen das Land, ein unfähiger König fand kein Mittel gegen die Eindringlinge. Ǣthelred zahlte ihnen hohen Tribut, den er vorher seinem unterdrückten Volk abgepresst hatte, damit die Überfälle aufhörten. Die Dänen nahmen das Geld, doch die Überfälle hörten nicht auf. Als 1013 schließlich der Dänenführer Sven Gabelbart mit einer größeren Anzahl von Wikingern anrückte, konnte er den Thron relativ mühelos erobern, König Ǣthelred floh in die Normandie, die Heimat seiner jungen Frau Emma. Doch Gabelbart konnte sich an seinem Erfolg nicht lange erfreuen, er starb schon kurze Zeit nach seiner Thronbesteigung. Nach dänischer Sitte sollte sein Sohn Knut im nachfolgen. Aber die Engländer wollten lieber wieder einen englischen König, also holten sie Ǣthelred zurück und setzten ihn erneut ein. 1016 starb Ǣthelred, sein Sohn Edmund Eisenseite wurde sein Nachfolger. Der kämpfte gegen Knut, der immer noch am englischen Thron interessiert war, und er konnte sich zunächst behaupten. Allerdings wurde er kurze Zeit später brutal ermordet. Nun kam Knut, den man später zurecht „den Großen“ nannte, doch noch zu seinem Thron. Soweit der historische Rahmen, in den Rebecca Gablé eine fiktive Geschichte einwebt. Dabei hält sie sich an die belegten Fakten der Geschichtsschreibung, auch im weiteren Verlauf bis hin zum Jahr 1041. Die fiktive Story beginnt in Helmsby 1013, als der Neffe des Thane gegen den Willen seines Onkels mit einem gefangenen Dänen nach Süden aufbricht, um seinen Gefangenen bei der Obrigkeit abzuliefern. Mehr zufällig landen die beiden, die inzwischen Freunde sind, beim englischen Königshaus und lernen Ǣthelred und seine Frau Emma kennen. Und so werden sie in die historischen Gegebenheiten mit hineingezogen. Es entstehen dramatische Verwicklungen, die für die Beteiligten nicht immer vorteilhaft sind. Zu lesen ist von fabelhaften Abenteuern an Land und in der Luft, und von brutalen Morden, die tatsächlich so passiert sind. Es bleibt spannend bis fast zum Schluss des Buches. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und mitreißend, die einfühlsamen Darstellungen lassen das englische Mittelalter vor dem Auge des Lesers entstehen. Das kann Rebecca Gablé wirklich sehr gut. Mit der fiktiven Geschichte konnte ich mich allerdings nicht so ganz anfreunden. Der Held, Ǣlfric of Helmsby, ist ein guter Mensch. Und ein guter Vater. Aber für meinen Geschmack ist er etwas zu gut. Das hätte ihn mehr als ein Mal beinahe sein Leben gekostet. Gerettet wird er fast nie durch sein eigenes Handeln, sondern durch das entschlossene Handeln anderer Personen. Aus meiner Sicht schwer nachvollziehbar, dass sich ein Mensch wirklich so verhalten würde. Die historisch überlieferte Geschichte weist in diesem Buch noch eine weitere Person aus, die man durchaus auch als Heldin bezeichnen könnte. Das ist Emma von der Normandie, die einzige Frau der Geschichte, die mit zwei Königen verheiratet war und auch die Mutter zweier Könige war. Ihr wirklich nicht einfacher Weg in den Wirren jener Zeit wird von der Autorin gut dargestellt. Auch das Einweben der fiktiven Geschichte in die historischen Abläufe ist meiner Ansicht nach weitgehend gelungen. Der Schluss kam mir dagegen etwas überstürzt vor. Warum Hardeknud seine Einstellung so plötzlich änderte und Edward als „Mitkönig“ willkommen hieß, wird nicht so richtig erklärt. Auf mich wirkte das so, als musste oder wollte die Autorin hier ganz schnell zum Ende kommen. Das ausführliche Nachwort klärt wie gewohnt auf über die wahren und die fiktiven Geschehnisse. „Rabenthron“ gehört zur Helmsby-Reihe und spielt zeitlich vor den beiden Nachfolgern „Das zweite Königreich“ und „Hiobs Brüder“.
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Sorko

4 Sterne
20.09.2025
Spannend geschriebene englische Geschichte
England, 1013: In der Hoffnung auf Lösegeld für einen dänischen Gefangenen begibt sich der junge Ælfric of Helmsby nach London. Dort verstrickt er sich ins Netz der Politik der Königsfamilie, findet zwei lebenslange Freunde, eine große Liebe und mächtige Feinde… Ælfric of Helmsby ist ein klassischer Gable-Protagonist: ehrenhaft, charakterfest und königstreu. Beziehungsweise, königinnentreu, denn der Dreh- und Angelpunkt des Romans ist Emma, deren positive Darstellung von ihrer typischen Charakterisierung in historischen Romanen abweicht. Der Schreibstil ist, wie man es von der Autorin kennt, bildlich, Emotionen weckend und spannend. Die Sexszenen waren allerdings ausführlicher als bei ihr üblich. Atmosphäre und Recherche sind topp, die politisch komplexen Situationen werden verständlich vermittelt, ohne dabei verfälschend zu sein. Als Leser begegnet man vielen interessanten Nebenfiguren, teils historisch, teils fiktiv. Manche historischen Figuren sind etwas einseitig positiv oder negativ dargestellt, aber das lässt sich durch den jeweiligen Blickpunkt-Charakters erklären, deren Sympathien an solchen Stellen gespiegelt werden. Manche fiktiven Charaktere waren derart interessant und unterhaltsam, dass ich mir gewünscht habe, ich würde mehr über sie erfahren oder sie würden öfter vorkommen. Insgesamt ist die Handlung spannend, mitreißend und voller interessanter Wendungen. Ich habe lange zwischen einer 4 und 5 Sterne Bewertung geschwankt, aber im Vergleich mit anderen Büchern der Autorin tendiere ich zu der niedrigeren Bewertung. Gleichzeitig sind die 4 Sterne hier höher anzusehen, als andere Romane, die ich in der Vergangenheit so bewertet habe. Angesichts des Klappentextes hatte ich erwartet, dass Freundschaft eine größere Rolle spielen würde. Doch obwohl sie sich durch den Roman zieht, nimmt sie gegenüber aufkommenden Romanzen eine zweitrangige Stellung ein. Das fand ich ziemlich schade, da die Figurenkonstellation der besagten Freundschaft durch entgegengesetzte Loyalitäten sehr spannend war und großes Potenzial hatte, das aber leider nicht weiter verfolgt wurde oder nur in ein zwei knappen Sätzen entschärft wurde. Ælfric und seine Familie hatten besonders gegen Ende der Handlung hin dermaßen viel Glück und günstige Fügungen, dass es für mich unglaubwürdig wurde. Generell ist das Ende des Romans eine Schwachstelle, angesichts des Könnens der Autorin fand ich es geradezu enttäuschend. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, ich war beim Lesen durchweg unterhalten. Alles in allem ein spannender historischer Roman, perfekt für alle, die bei der Helmsby-Trilogie einsteigen wollen oder einen Roman suchen, der Englands Chaos kurz vor 1066 verständlich und unterhaltsam erzählt.
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_H_B_

5 Sterne
08.09.2025
Der Kampf um Englands Thron
England im Jahr 1013. Ständige Überfälle der Dänen beuteln das Land und der amtierende aber schwache König Ethelred steht diesen ziemlich machtlos gegenüber. Zur gleichen Zeit begibt sich Ælfric of Helmsby mit seinem Sohn Penda und Hakon Gunnarson, einem gefangenen dänischen Piraten, auf eine Reise um den Ealdorman of East Anglia aufzusuchen. Auf der Reise gelangen sie an den Hof Königin Emmas von der Normandie, Ethelreds zweiter Gattin. In einer Zeit wo Frauen nicht allzuviel Macht hatten sticht sie deutlich hervor. Klug und besonnen unterstützt sie den König zu seinen Lebzeiten und schützt auch ihre Kinder nach Ethelreds Tod. Sie ist auch ihren älteren Stiefkindern, welche einen vorrangigen Thronanspruch vor ihren eigenen Kindern haben, eine gute aber kühl agierende Beraterin. Ælfric und Hakon werden zu Emmas treuen Begleitern und Beschützern denn der Thron Englands ist auch von anderen Seiten heiß begehrt ...... Ein neuer und wiederum sehr detaillierter und akribisch recherchierter Rebecca-Gablé-Roman aus der Helmsby-Reihe mit einem sehr schönen und ansprechenden Cover welches perfekt zu den bereits bestehenden anderen Teilen passt. Zeitlich gliedet er sich diesesmal vor den zwei anderen Bänden an und erzählt den Beginn der Helmsby-Familiengeschichte zur Zeit der letzten Angelsachsen-und Dänen-Könige in England. Wie gewohnt steht eine historische Person im Mittelpunkt des Geschehens, hier ist es Königin Emma von der Normandie. Zwar war sie selbst nie amtierende Regentin, aber als Ehefrau von zwei Königen Englands (Ethelred und Knud) und als Mutter zweier Könige hatte sie durchaus Einfluss und auch ein gewisses Maß an Macht in der damaligen Zeit. Auf ihrem nicht immer einfachen Weg wird sie durch die fiktiven Helmsbys und deren Freunden begleitet, diesesmal sind es Ælfric "Eisenfaust" of Helmsby und Hakon Gunnarson. Und nicht zu vergessen: der dem Herrscherhaus und besonders dem zukünftigen König "Edward dem Bekenner" überaus ergebenen Penda of Helmsby. Er opfert seine Jugend in England um Edward und seinen Geschwistern ins Exil in die Normandie zu folgen und ihn dort zu unterstützen. Alle Charaktere und Schauplätze der Geschichte sind wie gewohnt vortrefflich beschrieben und man ist beim Lesen sofort wieder im Universum der Helmsbys angekommen. Als besonders originell erwies sich für mich die Person des Mönches Eilmer of Malmesbury welcher tatsächlich eine historisch belegte Person ist und überaus ambitionierte Flugversuche absolvierte. Ælfric "Eisenfaust" entwickelt sich im Laufe der Geschichte zum getreuesten Vasallen Emmas welcher oft auch sein eigenes Leben in Gefahr bringt um die Königin und ihre Familie zu schützen. Allerdings ist seine Person mir persönlich zu harmoniebedürftig angelegt, er vergibt seinen Feinden für meinen Geschmack zu oft und muss dann erstaunt feststellen dass diese andererseits keine Skrupel haben ihn zu hintergehen und zu täuschen. Was auch immer wieder bei diesen Romanen hervorsticht ist der perfekt recherchierte geschichtliche Hintergrund der Story. Schade, dass Geschichtsunterricht in der Schule nicht auch so spannend und unterhaltsam vermittelt wird ;) Ein toller Roman bei dem man einfach nur weiterlesen möchte und dem ich gerne verdiente fünf Sterne gebe.
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Birv

4 Sterne
04.09.2025
Lesehighlight
Ich liebe die Bücher von Rebecca Gablé und finde, sie ist Deutschlands offizielle Historoman-Queen. Alle ihre Romane stehen bei mir im Regal und wurden teilweise sogar schon zweimal genossen. Optisch hat der Lübbe-Verlag diesmal noch eins draufgesetzt und dem Schnitt ein wunderbares Muster verpasst, wie es derzeit ja sehr beliebt ist. Von der geschichtlichen Einordnung ist es ein Prequel. Und zwar ein sehr spannendes, denn es spielt vor "Das zweite Königreich" und da ging es ja um William den Eroberer. Also ist Rabenthron sozusagen die Geschichte der Generation vorher und tatsächlich kommt auch William ein wenig darin vor. Das Buch wird als dritter Helmsby-Band beworben und genau dort auf Helmsby beginnt auch das Buch mit Aelfric, dem Sohn des ehemaligen Thane, der zu früh in einem der vielen Kriege gestorben ist und dessen Bruder seine Nachfolge angetreten hat, so dass Aelfric nach einem Streit mit dem Onkel seinen kleinen Sohn und einen gefangenen Dänen auf die obligatorisch guten Pferde setzt und sich aufmacht zum amtierenden König. Im Laufe der Geschichte lernen wir die aktuelle königliche Familie mit all ihren Söhnen und Halbgeschwistern kennen und so viel sei schon verraten, es stirbt mehr als ein König und das Gerangel um den Thron wird sowohl in England als auch auch in der Normandie fortgesetzt. Die Familie Helmsby steht dem Thron und vor allem der Königin Emma nahe. Diese heiratet nach dem Tod des ersten Ehemannes den neuen König, der ursprünglich Däne ist und das Königreich durch einen Krieg gewonnen hat. Er war dennoch beliebt beim Volk, da er den langersehnten Frieden brachte und wohl sehr gläubig war. Der Mix aus Fiction und History gelingt Rebecca Gablé gewohnt routiniert. Dennoch fand ich das Gleichgewicht diesmal nicht immer stimmig. Vor allem am Anfang und Ende fehlte ein wenig das private der Helmsby-HeldINNen. Dennoch ist das Jammern auf hohem Niveau, denn unter den Histos bleibt auch Rabenthron ein fulminantes Highlight. Von mir bekommt es 4,5 Sterne - einfach, weil ich drei, vier Gablé-'Bücher im Schrank stehen habe, die mir noch ein bisserl besser gefallen haben. Dicke Leseempfehlung und da die Autorin so viele ältere Erzählstränge aufgreift, vielleicht geht es ja auch noch einmal zu den Ottos, die haben mir doch so gut gefallen.
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wusl

Rebecca Gablé

Autorin

Rebecca Gablé war Bankangestellte auf einem Stützpunkt der Royal Air Force, Studentin und anschließend Dozentin der Literaturwissenschaft und anglistischen Mediävistik (der Lehre vom englischen Mittelalter) und Literaturübersetzerin. Während dieses wechselvollen Berufslebens hat sie immer auch geschrieben und veröffentlichte 1995 ihren ersten Kriminalroman JAGDFIEBER. Seit 1997 mit ihrem historischen Roman DAS LÄCHELN DER FORTUNA der Durchbruch kam, arbeitet sie als freie Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und unweit von Valencia in Spanien, reist aber auch gern und häufig zur Recherche nach England. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans Kultstatus. Rebecca Gablés zweite große Leidenschaft ist die Musik. Sie spielt Klavier und singt gelegentlich in einer Band.

Portrait: Rebecca Gablé

© Olivier Favre